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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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461 DIE GESPIEGELTE INSZENIERUNG? REPRÄSENTATION UND HIERARCHIE IM THEATERPARTERRE AM WIENER KAISERHOF IN MARIATHERESIANISCHER ZEIT Elisabeth Hilscher, Anna Mader-Kratky Kaum eine andere Gattung ist so mit dynastischer Repräsentation verbunden wie die Oper: Am Wiener Kaiserhof begann sie bald nach ihrer Einführung 1622 die großen Feste zu dominieren1 und wurde  – wohl auch aufgrund der in ihr vereinten Hofkünste (Literatur, Architektur  /  Malerei und Musik)  – in den folgenden Jahrzehnten zu einer Leitgattung habsburgischer Repräsentation. Erst im Zuge des Paradigmenwechsels im Laufe des langen 18.  Jahrhunderts verloren die musikdramatischen Gattungen gegen Ende der 1740er Jahre und allen voran die große höfische Oper ihre Bedeutung für die dynastische Repräsentation und wurden zunehmend von der »Staatsangelegenheit« zum diletto. Doch gerade am Wiener Hof verlief dieser Prozess langsam und allmählich2 und noch zum Ende des 18.  Jahrhunderts wurde immer wieder auf alte zeremonielle Vorgaben zurückgegriffen und damit auch auf Aufführungstraditionen der barocken höfischen Oper.3 1 Vorgeschichte Egal ob in vorübergehend zu Theaterräumen umgebauten Sälen oder in eigens errich- teten Theater- bzw. Opernhäusern fand die zeremonielle Rangordnung des Hofes auch in der Platzvergabe an die Zuschauer der Produktionen seit dem 17.  Jahrhundert ihren Ausdruck. Zutritt, Platzierung (Parterre oder Ränge) und die Beschaffenheit des Plat- zes zeigten nicht nur der Person, sondern dem gesamten Hofstaat und den geladenen Gästen, welchen Rang innerhalb des Hofgefüges jeder einnahm, wer ›in der Gunst‹ und wer  – nicht nur im Theaterraum, sondern auch in der Hofgesellschaft  – am Rande stand. Grundsätzlich unterschied das Zeremoniell zwischen zwei Arten von Festen, zwischen den »großen öffentlichen Aufführungen, zu denen der gesamte Hofstaat, der hohe und der niedere Adel, die Geistlichkeit, die Botschafter und Gesandten sowie 1 Seifert 1985, S.  429–438 (Spielplan 1622–1639). 2 Sommer-Mathis 2013 bzw. Michels 2013. 3 Sommer-Mathis 1994. Veröffentlicht in: Margret Scharrer, Heiko Laß, Matthias Müller: Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa. Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2019. DOI: https://doi.org/10.17885/heiup.469
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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