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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Die gespiegelte Inszenierung? 467 der Alten Burg seinen Ausgang und setzte sich in einer Enfilade in den Leopoldinischen Trakt fort. Am oberen Bildrand sind neben der (1749–1751 errichteten) Botschafter- stiege auch die ersten vier Räume des Paradeappartements  – Trabantenstube, Ritter- stube (mit Thronhimmel), Erste Antekammer und Zweite oder Große Antekammer (ebenfalls mit Thronhimmel)  – zu erkennen. Im rechten Winkel dazu lag das Apparte- ment des Thronfolgers Joseph,20 dessen Räumlichkeiten ein Korridor begleitete, über den die kaiserliche Familie ins Hoftheater gelangte. Bei der Übernahme des Ballhauses verpflichtete sich Selliers laut Pachtvertrag vom 11.  März 1741 dazu, das Innere des Gebäudes auf eigene Kosten in ein »Opera- und Comoedien-Haus« zu verwandeln und dort täglich öffentliche Theater- oder Opern- vorstellungen anzubieten.21 Obwohl diese erste Adaptierung wohl nur provisorischen Charakter besaß  – es sind weder Pläne noch historische Ansichten des damaligen Zu- schauerraumes bekannt22  – handelte es sich dennoch um ein Theater mit Galerien, wie sich dem Pachtvertrag entnehmen lässt: Darin wird Sellier aufgefordert, ein »Scena- rium und Orchester neben Auditorium und den Galerien« zu errichten, in Ergänzungen zu den beiden königlichen Freilogen waren aber keine weiteren Logen gestattet.23 Die Möglichkeit einer vom Theaterpublikum abgesonderten Platzierung der Herrscherin und ihres Gemahls wurde also von Beginn an berücksichtigt und von den beiden auch in Anspruch genommen, wie das Zeremonialprotokoll anlässlich von Maria Theresias erstem Besuch »in dero neuen Theatro nächst der königl[ichen] Burgg« berichtete, bei dem sie »eine Wällische Opera all’ incognito anzusehen geruhete.«24 Von einem späte- ren Theaterabend heißt es, die Königin beliebte sich, »von dero Logie auf die Gallerie daselbsten heraus zu begeben«.25 In den kommenden Jahren besuchten Maria Theresia und Franz Stephan immer wie- der Vorstellungen im umgebauten Ballhaus.26 Handelte es sich dabei um Theaterabende, 20 Beck 2017, S.  228–231. 21 Wie Anm. 17. Laut Seifert 1976, S.  21–22, maß das Ballhaus 25,5  ×  10,5 Meter und wurde 1743 um 5  Meter verbreitert. 22 Der unveränderte Außenbau des ehemaligen Ballhauses ist auf einer anonymen Zeichnung von 1743 dargestellt; Wien Museum, Inv.-Nr.  31.669 (Lorenz  /  Mader-Kratky 2016, Abb.  247). 23 Wie Anm. 17. Laut Pachtvertrag fielen die »zwey Königliche[n] Logen«, der Außenbau und der Dach- stuhl in die Verantwortung des Hofbauamtes. 24 Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv (HHStA), Zeremonialprotokoll (ZA Prot.) 18 (1741–1742), fol.  433v (5.  Februar 1742). 25 Ebd., fol.  546r (20.  Juni 1742). 26 Im Fasching beehrte das junge Herrscherpaar auch die Maskenbälle, die Selliers in den frühen 1740er Jahren im Theater veranstaltete, mit seiner Anwesenheit und tanzte manchmal sogar bis zum Kehraus in den frühen Morgenstunden: »allwo I[hre] M[ajestät]  […] sich in Maschera als Ländler Bauern und Bäuerinnen auf den Bal in den Balhaus  […] verfügten,  […] und den Keraus, welcher erst gegen acht Uhr fruh sich geendiget, beiwohnten.« Khevenhüller-Metsch, Bd.  1 (1907), S.  129 (27.  Februar 1743). Im Februar 1744 zeigte sich Maria Theresia besonders tanzfreudig und war regelmäßiger Gast der Redouten im ehemaligen Ballhaus; ebd., S.  208–210.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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