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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Elisabeth Hilscher, Anna Mader-Kratky 484 reich zwischen der auch heutigen Bühnenkante und dem ersten Eingang handelte, so fanden hier rund 20 Musiker Platz:84 2–3 erste bzw. zweite Geigen, 1–2 Violen, Cello, Kontrabass, Fagott, Cembalo, 2 Oboen und eventuell weitere Instrumente (z.  B. Hör- ner)  – jeweils solistisch besetzt (in Summe circa 12–16 Musiker); eine Orchestergröße, die diese Theaterräume problemlos akustisch ausfüllen konnte und auch den Anfor- derungen des hier gespielten Repertoires entsprach.85 Leider fehlen zeitgenössische Darstellungen von Aufführungen aus den Theatern von Schönbrunn bzw. Laxenburg, sodass sich diese Berechnung rein auf bauliche Gegebenheiten sowie das hier gespielte Repertoire stützen muss. 5 Adaptierung von Prunkräumen für Theater- bzw. Musiktheateraufführungen – die Hochzeiten Josephs II. 1760 und 1765 Dass Staatsräson immer noch Vorrang vor Bequemlichkeit hatte und große höfische Feste auch nach 1750 mit zeremoniell-repräsentativer Verdichtung einhergingen, be- legen die Feiern anlässlich der Hochzeiten des Thronfolgers Joseph 1760 bzw. 1765. Diese bestens durch großformatige Darstellungen dokumentierten Ereignisse (Martin van Meytens für die Hochzeit 1760 bzw. Johann Franz Greipel und Johann Georg Wei- kert für jene 1765) illustrieren eine Rückkehr zu traditionellen Formen habsburgischer Hochzeiten.86 Für die Hochzeit von Erzherzog Joseph und Isabella von Parma 1760 war am zwei- ten Galatag die Aufführung der großen Hochzeitsoper Alcide al Bivio im Alten Burg- theater geplant. Im Zuge der Hochzeitsvorbereitungen regte die Hofkonferenz  – be- stehend aus den höchsten Hofämtern  – an, die kaiserliche Familie könnte ihre Plätze wieder traditionell im Parterre einnehmen, und fragte beim Kaiserpaar an, ob es aller- gnädigst gefällig sei, der Oper im »Parterre en Ceremonie«, also zeremoniell-konform, beizuwohnen. Daraus ergab sich aber die Schwierigkeit, dass nicht alle Kinder des Kaiserpaares neben ihren Eltern und dem Brautpaar in der ersten Reihe Platz finden 84 Nach Auskunft des Technischen Leiters des Schönbrunner Schlosstheaters, Anton Weinberger, fasst der heutige, deutlich erweiterte und versenkte Orchestergraben rund 40 Musiker. Wir danken Vizerektor Dr. Christian Meyer und der Universität für Musik und darstellende Kunst, die das Schlosstheater heute sowohl als Sprech- wie Musiktheater nützt, für die Möglichkeit einer umfassenden Besichtigung des Gebäudes. 85 Dies wurde anlässlich einer Aufführung von Le nozze di Figaro nach historischen Vorbildern im Theater in Laxenburg im März 2016 eindrucksvoll demonstriert (aufgeführt und inszeniert durch Teatro barocco unter der Leitung von Bernd R. Bienert, Schlosstheater Laxenburg, März 2016; vgl. dazu auch: http:// teatrobarocco.at/bilder.html [letzter Zugriff am 20.10.2019]; die Bilder der Aufführung von Le nozze di Figaro mit Innen- und Außenansichten des Schlosstheaters in Laxenburg). 86 Zuletzt Iby 2017.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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