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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Elisabeth Hilscher, Anna Mader-Kratky 488 6 Resümee Wie auch in vielen anderen Bereichen wurde in der zweiten Hälfte des 18.  Jahrhunderts eine Reihe an Veränderungsprozessen in den habsburgischen Ländern im Allgemeinen und am Wiener Hof im Besonderen manifest. Gerade im zuvor so prominent besetzen Bereich des Musiktheaters, in dem die Hofkünste gebündelt zu multimedialen Gesamt- kunstwerken vereint wurden, erfolgte eine Neubewertung im Rahmen des Hofes und des höfischen Festes. Im Zuge dessen wurde der Theaterbesuch seiner ursprünglichen repräsentativ-dynastiepolitischen Rolle entkleidet und zu einem mehr oder minder re- gelmäßigen adeligen Vergnügen. Auch die höfische Exklusivität vor allem der opera se- ria wurde aufgehoben und die Hoftheater neuen Öffentlichkeiten zugänglich gemacht, wobei bei den mariatheresianischen Theaterbauten zwischen öffentlich zugänglichem und an einen Impresario verpachteten Hoftheatern (wie dem Alten Burgtheater), einem Residenztheater wie jenem in Schönbrunn und dem intimen Privattheater in Laxenburg zu unterscheiden ist. Was sich jedoch durch die Einbeziehung neuer Öffentlichkeiten und eines nicht-höfischen Publikums wie auch durch den Rückzug des Herrschers  /  der Herrscherin aus dem Parterre noble in die Mittelloge bzw. des Hofadels in den ersten Rang und die Galerie grundlegend änderte, waren die Perspektiven von Betrachter und Betrachtetem  – die kaiserliche Familie wurde vom Betrachteten und Mit-Akteur eines in das Parterre noble gespiegelten Bühnengeschehens zum Betrachter und »primus  /  a inter pares« innerhalb der Hofgesellschaft. Das Zulassen neuer Öffentlichkeiten im Alten Burgtheater reduzierte zwar dessen Exklusivität, erhöhte gleichzeitig aber jene der nach wie vor dem engeren Hofkreis vor- behaltenen Theater in Schönbrunn und vor allem in Laxenburg. Dennoch kehrte man auch in Schönbrunn immer wieder zur alten Tradition des »öffentlichen Sitzens« zu- rück, wenn es der Anlass erforderlich machte. Alle diese Veränderungen fanden ihren Niederschlag auch im Repertoire, das sich in erster Linie (und abgesehen von wichtigen dynastischen Ereignissen) nun nach dem »Geschmack«  – des bezahlenden Publikums wie der sich vergnügen wollenden Hofgesellschaft  – zu richten hatte; der Verzicht auf die licenza steht ebenso dafür wie die Bevorzugung kleiner dimensionierter Werke wie Ballette, Opéra comique, »Comoedien« oder opere buffe.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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