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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Kavalierstheater am Hof Maria Theresias 495 wie das 1741 eingerichtete Theater nächst der Burg, in dem seit 1752 französische Stü- cke und später auch Opern gegeben wurden. Kaiserliche Festtage wie auch politische Erfolge feierte man nun mit prunkvollen Premieren im Theater nächst der Burg,11 wo viele der in Wien ansässigen und am Hof zugelassenen Adeligen Logen abonniert hat- ten.12 Nach diesen Festaufführungen gingen die Stücke in die Repertoires der beiden öffentlich zugänglichen Theater über. Der Kaiser, seltener die Kaiserin, waren ebenso im Publikum anzutreffen; in den 1750er und 60er Jahren lud der Hof auch ausländi- sche Gesandtschaften dorthin ein. Die Theaterbesuche der kaiserlichen Herrschaften wurden nicht nur intern, in den Zeremonialprotokollen, festgehalten, sondern über sie wurde auch in lokalen und überregionalen Periodika berichtet. Gleichzeitig hatte man mit den sogenannten Kammerfesten zu Ehren der kaiser- lichen Geburts- und Namenstage eine Möglichkeit gefunden, weiterhin die Exklusivi- tät des Adels und der hohen Hofämter zu demonstrieren und für alle Mitglieder des Hofes deutlich darzustellen. Zwar hatte es solche Aufführungen schon unter Kaiser Karl  VI. gegeben, unter Maria Theresia erlebten sie aber zwischen Anfang der 1740er und der 1750er Jahre einen nie gekannten Aufschwung  – so sehr, dass die Kaiserin sogar Schlosstheater unter anderen in Schönbrunn (erbaut zwischen 1744 und 1747) und in Laxenburg (1753) einrichten ließ.13 Vor einem relativ kleinen und sehr exklusi- ven Publikum, angeführt von den kaiserlichen Majestäten und deren Familie, spielten höchste und allerhöchste Herrschaften, also auch die jungen Erzherzoge und Erzher- zoginnen. Die für diese höfischen Festveranstaltungen adaptierten Aufführungsstätten in den Räumlichkeiten der kaiserlichen Residenzen wurden entsprechend sorgfältig ausgewählt. Kaiserin Maria Theresia bewohnte die Räumlichkeiten, die unter ihren Vorgängern den kaiserlichen Gattinnen zugestanden worden waren. Sie befanden sich im Leopol- dinischen Trakt der Hofburg, beginnend am Ende des Traktes bei der Bellaria (auf den heutigen Ballhausplatz hin) und erstreckten sich bis zur Mitte des Traktes, wo das gemeinsame Schlafzimmer des Kaiserpaares lag. Franz Stephan von Lothringen (1708–1765) bewohnte die ehemals kaiserlichen Repräsentationsräume, die sich von der Hofkapelle (Schweizertrakt) bis zur Mitte des angrenzenden Leopoldinischen Trakts erstreckten.14 Die kaiserlichen Repräsentationsräume der Hofburg wurden 1749–751 umgebaut und 1754–1757 erneut umgestaltet.15 Bespielt wurden in der Wiener Hofburg unter anderen der sogenannte Spanische Saal, die Große bzw. Zweite Antecamera, die 11 Vgl. Khevenhüller-Metsch  /  Grossegger 1987, S.  IX–X. 12 Vgl. dazu die Abonnentenverzeichnisse in den Hofzahlamtsbüchern, zum Beispiel Haus-, Hof- und Staatsarchiv (HHStA), Finanz- und Hofkammerarchiv. Hofzahlamtsbücher Nr.  367 und 370. 13 Vgl. Sommer-Mathis 2013, S.  116; außerdem Deleglise 1947. 14 Vgl. Benedik 2009, S.  80–81. 15 Vgl. HHStA, Zeremonialprotokoll 22 (1749–1751), fol.  209  ff., zitiert nach Benedik 1990/1991, S.  20 sowie Kalousek 2016, S.  371–377.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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