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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Kavalierstheater am Hof Maria Theresias 499 rin, sondern auch als Tänzerin auf.35 So zum Beispiel 1743 in einem Überraschungs- ballett für ihren Vater36 oder 1745 zusammen mit dem ältesten Sohn Khevenhüllers, Sigismund (1732–1801), in einem kleinen Ballett im Anschluss an die Kinderkomödie Zeneide.37 Der sechsjährige spätere Kaiser Joseph brachte 1747 nach einer Aufführung der Kavalierskomödie Le Dissipateur im Schlosstheater Schönbrunn in »frantzösischer Kleidung« ein »Compliment en vers français«38 dar. Die Leistungen der Kinder wurden genau beobachtet. So bemerkt der ansonsten sehr wohlwollende Khevenhüller, dass der Erzherzog »sehr lebhafft und distract« gewesen wäre und man ihn deshalb schlecht verstanden hätte.39 Zwei Monate später spielte Joseph die Rolle eines alten Mannes in der französischen Komödie LʼHeureuse épreuve und machte seine Sache dabei »um ein merckliches besser als das leztemahl«, »[…] jedoch hindert ihn sehr die von Natur ha- bende oder doch aus Nachlässigkeit in ersterer Kindheit sich angewohnte undeutliche, langsamme Sprach.«40 Zwei Jahre später spielte er neben vier seiner Geschwister eine der Hauptrollen in der von Françoise de Graffigny (1695–1758) eigens für den Wiener Hof verfassten Kinderkomödie Zamin et Zenize. Er habe, so Khevenhüller, »noch ein wenig Embarras«, gehabt, »die Frauen Maria Anna und Maria aber  […] agiren recht hertzig und haben Ihro Mayestätten also billige Ursach gehabt, zufrieden zu sein.«41 Auch die anderen Mitwirkenden der Kinder- und Kavalierskomödien waren durch- wegs hochrangig und  /  oder hochadelig. Abgesehen von den Erzherzoginnen und Erz- herzogen und den Kindern des Obersthofmeisters Khevenhüller-Metsch wirkten die Kinder anderer Hofamtsträger mit, so etwa die Kinder der Cammerherren Grafen von Thun,42 des Hartschierenhauptmanns Graf Heinrich Josef von Daun (1678–1761),43 des Reichsvizekanzlers Rudolph Joseph Graf (später Fürst) von Colloredo- Waldsee (1706–1788),44 des Obersthofmarschalls Karl Maximilian Fürst von Dietrichstein halten und die natürliche Neigung zu Lustbarkeiten und eitelen Amusements zu sehr exerciret wird.« Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  194  [Eintrag vom 7.  Dezember 1747]. 35 Vgl. unter anderen ebd., S.  119  [Eintrag vom 15.  Oktober 1746], ebd., S.  142  [Eintrag vom 26. Jänner 1747]. 36 Vgl. Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1907, S.  193  [8.  Dezember 1743]. 37 Vgl. Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  46  [Eintrag vom 19.  April 1745] bzw. HHStA ZP Nr.  20 (1745–1746), fol.  122r. 38 Ebd., S.  180  [Eintrag vom 4.  Oktober 1747], Wienerisches Diarium,  [S.  6]  [Ausgabe vom 07.10. 1747] so- wie HHStA ZP Nr.  21 (1747–1748), fol.  171v, wobei hier verzeichnet wurde, dass der Erzherzog »teutsche Kleidung« trug im Gegensatz zu sonst, wo er offenbar »allerzeit hungarisch gekkleidet« war. 39 Vgl. Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  180  [Eintrag vom 4.  Oktober 1747]. 40 Ebd., S.  194  [Eintrag vom 7.  Dezember 1747]. 41 Ebd., S.  357  [Eintrag vom 9.  Oktober 1749]. 42 Vgl. unter anderen ebd., S.  29  [Eintrag vom 23.  Februar 1745] und S.  46  [19.  April 1745]. Vorname und Lebensdaten des als Grafen von Thun bezeichneten Kammerherrn ließen sich nicht zweifelsfrei fest- stellen. 43 Vgl. ebd., S.  194  [Eintrag vom 7.  Dezember 1747]. 44 Vgl. ebd., S.  357  [Eintrag vom 9.  Oktober 1749].
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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