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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Karin Fenböck 500 (1702–1784),45 des Obersthofmeisters Fürst von Trautsohn (1659–1724)46 und an- dere. Der Sekretär der Kaiserin, Ignaz Koch (1707? –1763), berichtet in der von Hanns Schlitter herausgegebenen Correspondance secrète zwischen ihm und Wenzel Anton Kaunitz-Rietberg (1711–1794), damals Botschafter Österreichs in Frankreich, dass zwei seiner Söhne erfolgreich in einer Kavalierskomödie mitgewirkt hätten; die Kaiserin selbst ließ dem hochgeschätzten Botschafter über Koch ausrichten, wie sehr sie mit den überaus klugen und im Französischen versierten Kindern zufrieden gewesen sei.47 Auch die Kavalierskomödien waren illuster mit Kammerherren und -fräulein,48 Hof- damen und anderen Hofamtsträgern besetzt. Die von Khevenhüller angeführten Listen der Mitwirkenden zeigen, dass durchwegs Personen die Möglichkeit erhielten mitzu- spielen, die bereits zum Vertrautenkreis des Kaiserpaares gehörten oder sich im ge- sellschaftlich-politischen Aufstieg befanden und sich in den Jahren nach ihrem Auftritt zu wichtigen politischen Persönlichkeiten entwickeln sollten. Für adelige Männer war das Amt des Kammerherrn eine der Einstiegsmöglichkeiten in eine Karriere am Hof; es legte nicht nur den zeremoniellen Rang des Amtsinhabers fest, sondern erlaubte auch den uneingeschränkten Zugang zum Souverän und zu den höfischen Veranstaltun- gen. Dem Amt der Hofdame kam eine ähnliche Stellung für die Frauen zu.49 Die von Khevenhüller angeführten Listen der Mitwirkenden decken sich zum großen Teil mit dem exklusiven Kreis jener adeligen Familien, die die bedeutendsten Hofämter beklei- deten.50 Dazu gehörten die Familien Khevenhüller, Dietrichstein, Harrach, Lamberg, Liechtenstein. Starhemberg und Trautson. Diese Familien waren durch zahlreiche Hei- ratsverbindungen eng vernetzt. Kein Wunder also, dass hier wie dort »aus besonderer Distinction für die hohen Acteurs«51 der Zutritt zu diesen Veranstaltungen streng reglementiert wurde. Als Zu- seherInnen eingelassen wurden in manchen Fällen nur eine handverlesene Anzahl Personen, die der Kaiser oder die Kaiserin selbst dazu auserwählt hatten.52 Bei den Kindervorstellungen durften die Eltern der Darstellenden immer zusehen,53 für alle 45 Vgl. ebd., S.  29–30  [Eintrag vom 23.  Februar 1745]. 46 Vgl. Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1910, S.  67  [Eintrag vom 28.  Oktober 1752]. 47 Vgl. Koch an Kaunitz  [5.  Dezember 1750], in: Schlitter 1899, S.  43. 48 Vgl. unter anderen Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  118  [Eintrag vom 11.  Oktober 1746], S.  160  [Eintrag vom 31.  Mai 1747]. 49 Vgl. Kubiska-Scharl  /  Pölzl 2013, S.  133–134. 50 Vgl. ebd., S.  108. 51 Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  160  [31.  Mai 1747], vgl. dazu auch ebd., S.  8–9  [Eintrag vom 5.  Februar 1752]. 52 Vgl. unter anderen HHStA ZP 18 (1741–1742), fol.  596r sowie fol.  619v; ZP 19 (1743–1744), fol.  273v, ZP  22 (1749–1750), fol.  293r; Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1910, S.  272  [Eintrag vom 14.  Dezember 1755]. In manchen Fällen durften die Erzherzoge und Erzherzoginnen ebenfalls bestimmte Personen nennen, vgl. dazu ebd., S.  29  [Eintrag vom 23.  Februar 1745]. 53 Vgl. ebd., S.  209  [Eintrag vom 04.  Februar 1748].
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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