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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Seite - 503 -
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Kavalierstheater am Hof Maria Theresias 503 ein deutlich erweiterter Personenkreis. Um bei einer doch größeren Ansammlung Ge- ladener die Ordnung zu wahren, wurden die Gemächer zumindest einmal bis kurz vor Beginn geschlossen gehalten: »Auf allerhöchsten Befehl durfte in den Saal selbsten niemand, weder von Dames noch Cavalliers, sich placiren und hatte der Cammerfourier Ordre; die Thür biß zur Ankunft deren Herrschafften völlig verschlossen zu halten. Auf den Gangl aber hatte ich abermahlen Zettlen an die Frau Obristhoffmeisterin geschickt, um selbe nach Belieben außzutheilen.«73 Ein anderes Mal wurden Theater wie auch Zu- schauerraum sehr genau angepasst: »Den 5. wurde abends in dem spahnischen Saal von einer Compagnie des dames et cavaliers, an deren Haubt die Ertzherzogin Maria Anna ware, eine französische Comédie von drei Acten, le prix du silence benahmset, und mit Balleten nach jeden Act produciret, worbei meine verheirathete Dochter mit agiret hat.74 Weillen man aber der Anständigkeit halber die Zahl deren Zusehern beiläuffig auf hundert Persohnen beschränken wollen, so wurde der Platz für das Auditorium hiernach adjustiret und das Theatrum desto größer und tieffer zubereitet. Denen Hoffämtern und Conferenz Ministris wurde heut und alle folgende Mahl der Zutritt verstattet, sonst aber nieman- den, der nicht von denen Acteurs oder Danzern ein Billet hatte; und dörfften dise leztere vier Zetteln, die erstere aber sechsß (naturellement nur Leuthen, so in das Appartement kommen können), jedoch für heut keinem fremmden Ministro oder sonstigem Auslän- der distribuiren, welchem Verbott die bei lezterer jungen Herrschafften-Comédie von ein und andern gehabte Indiscretion veranlasset hat, da mann denen wunderlichsten fremmden Gesichtern dergleichen Billets gegeben. Die Ordonnanz ware immer um 6 Uhr, die Cammerfouriers musten gewöhnlicher Massen die Zettlen bei den Einlaß sich geben lassen und die obere Gallerie nebst dem kleinen in den Saal herunter sehenden Fenster wurde völlig mit Spalieren verdecket, damit niemand ausser jenen, welche mittelst deren Billets d’entrée hinter denen Herr- schafften im Parterre sassen, zuschauen kunte. I.M. die Kaiserin hatten die besondere Gnad für den Monsignore Migazzi und meinen Sohn, selbe mir ausdrucklich zu benen- nen, damit sie ohne Billets eingelassen würden. A l’ordinaire aber wurden einige deren Cammerdienerinnen und distinguirten Hoffleuthen, auch par faveur ein und anderer der messieurs du second ordre annoch eingelassen und ganz zurück in denen Croisées deren Fenstern placiret.«75 73 Vgl. Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  127  [Eintrag vom 19.  November 1746]. 74 »La marquise: Ertzherzogin Maria Anna; die anstatt des Valet Dubois componirte Soubrette Suson: meine Dochter; Lisidor: Gr. Neipperg; Leander: Frantz Esterhazy; Rosimon: Antoni Pergen; Dorante: Eu- gène Würben; der anstatt des Arlequin de la pièce substituirte Frontin: Baron Hagen, Bruder der Fürstin von Trautsohn. In denen Balletten danzten die älteste Freile von Auersperg (vom Obriststallmeistern) und die Dochter des Rudolph Chotek, sodann von Chapeaux: Gundacker Starhemberg, Rogendorff, Carl Dietrichstein (Sohn vom Leopold) und Joseph Colloredo (dritter Sohn vom R.V.C.).« Khevenhüller- Metsch  /  Schlitter 1910, S.  280, vgl. dazu Kunz 1958, S.  183. 75 Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1910, S.  8–9  [Eintrag vom 5.  Februar 1752].
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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