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Das Ekhof-Theater in Gotha – Ein Kleinod deutscher Theaterkultur
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das Schloss und die Sammlungen umfangreich ausbauen. So entstanden die noch heute
erhaltenen herzoglichen Appartements im Nordflügel, für die aber der riesige Festsaal
»geopfert« werden musste. Davon blieb nur ein deutlich kleinerer, aber nicht minder
prächtiger Saal übrig, der fortan als Tafelgemach diente. Für die Sommermonate ließ
der Herzog sich im Norden Gothas das kleine Schloss Friedrichswerth erbauen, das
heute noch erhalten und ein typisches barockes Lustschloss mit Parkanlage ist.
Die höfischen Vergnügungen nahmen, immer mit Blick auf den Glanz des franzö-
sischen Hofes, zu dieser Zeit deutlich zu. Ein festes Element dieser Festlichkeiten war
immer auch das Theater, weshalb auch in Gotha sehr rasch ein eigenes Hoftheater ge-
braucht und mit dem Ballsaal dafür der geeignete große Raum im Schloss gefunden
wurde. Bereits im April 1683 kam zum Geburtstag der Herzogin Christine (1645–1705)
die erste große frühbarocke Oper Die geraubete Proserpina auf die Bühne und eröffnete
einen Reigen bedeutender Opernaufführungen am Gothaer Hof. Diese Aufführungen
dienten nicht allein der Unterhaltung der Hofgesellschaft, sondern in erster Linie dem
Repräsentationsbedürfnis des Gothaer Fürstenpaares und seiner Huldigung. Die Dar-
bietungen bedurften immer eines Anlasses. Das konnten ein fürstlicher Geburtstag,
eine Hochzeit oder Kindstaufe, ebenso der Besuch verwandter oder befreundeter Herr-
scherhäuser sein. Daher spielte man unregelmäßig, nicht zu festgelegten Zeiten. Als
Darsteller traten neben dem Sängerpersonal der Hofkapelle zuweilen Angehörige des
Hofes, einschließlich der herzoglichen Familie, auf (Abb. 5).
Abbildung 5. Johann Friedrich Löber, Szene aus Mahomet von Voltaire mit Herzog Fried-
rich III. als Zopire und Herzogin Luise Dorothea als Palmire, Öl, um 1751.
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Buch Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur"
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Titel
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Untertitel
- Hof – Oper – Architektur
- Autoren
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Herausgeber
- Matthias Müller
- Verlag
- Heidelberg University Publishing
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Abmessungen
- 19.3 x 26.0 cm
- Seiten
- 618
- Schlagwörter
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Kategorie
- Kunst und Kultur