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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Seite - 179 -
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allerdingsinteressanterweiseauchbereits inälterenLehrmittelnder1980erund 1990erJahre.96Hiererweistsichalso,wieMarkusFurrer feststellte,dieKritikan der Flüchtlingspolitik als einThema, das bereits vor denDebatten der 1990er Jahrepunktuell Eingang indie Schulbücher gefundenhat.97DasBild einerhu- manitären, hilfsbereitenSchweiz ist hingegenausdengegenwärtigenLehrmit- telnweitgehendverschwunden. Fazit Abschliessendlässtsichkonstatieren:DertraditionelleMythoseinerSchweizals neutraler Insel, die dieWogen derWeltkriege vollständig unbeeinflusst über- steht,wirdvondenLehrmittelneinerseits reproduziert, andererseits aberauch relativiert. Etwawirddie Schweiz in ihrenvielfältigenBezügenmit demkrieg- führenden Ausland dargestellt. So kommen unterschiedliche Sympathienmit denNachbarländern, aber auchpolitische undwirtschaftlicheVerflechtungen zur Sprache. Nicht immer wird von den Lehrmitteln damit die Frage der schweizerischenNeutralität in Verbindung gebracht – für den Fall des Ersten Weltkriegs nach wie vor hauptsächlich unter Rückgriff auf ein Narrativ, das bereits seit gut einem Jahrhundert aus Geschichtslehrmitteln bekannt ist, nämlichderErzählungeiner SpaltungderSchweiz inunterschiedlicheSympa- thienmitdenNachbarländern. Daneben ist in den Lehrmitteln ansatzweise eine Relativierung oder gar Hinterfragung der schweizerischen Selbständigkeit auf Basis vonwirtschaftli- chenBeziehungenmitdemAuslandundZusammenarbeitmitdemDeutschen Reich vorhanden. Dabei wird die Schweiz gezeigt als ein Land, das aufgrund seiner eingeschlossenen Position zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit ge- zwungenwar. Profite der SchweizerWirtschaft aufgrund erheblicher Export- einnahmen werden kaum thematisiert. Zudem werden die wirtschaftlichen Beziehungen nicht systematisch mit dem Thema Neutralität in Verbindung gebracht. Ein explizites konzeptionellesNachdenkenüber denBegriff derNeutralität fehlt in den untersuchten Lehrmitteldarstellungen zum Ersten und Zweiten Weltkrieg fast vollständig. In diesemSinn lassen sichviele Elemente desNeu- tralitätsmythos, wie ihnMarkus Furrer herausgearbeitet hat, auf das hier be- trachtete Sample übertragen. Neutralität bilde, so stellte Furrer fest, kein ei- genständigesThema,sondernerscheinebruchstückhaftsowiealsnaturgegeben 96 Ziegler,Zeiten,Menschen, Kulturen 8, 176ff.;Meyer und Schneebli,DurchGeschichte zur Gegenwart, 156ff.; BühlerundUtz,Weltgeschichte imBild9, 120f. 97 Furrer,DieNation imSchulbuch, 266. DieRollederSchweiz indenWeltkriegen 179 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Titel
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Untertitel
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Autoren
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Herausgeber
Christoph Kühberger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
294
Kategorie
Lehrbücher
Web-Books
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