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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Seite - 186 -
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mythisch erzählteGeschichte […]nicht durch rationale oder empirischeBeweise zu überzeugen sucht, sondern an Emotionen derMenschen appelliert undunter ihnen denGlaubenandieWahrheitdesErzähltenerweckenwill.6 Es gilt dabei auch den abbreviativen, symbolisch verdichtetenCharakter der- artigerErzählungenzubeachten,der jedochaufgrundeines letztlich schmalen inhaltlich fixierten Kernbereichs in einer gewissen Varianz rezipiert und re- produziertwird.7 Mythos wird in diesem Beitrag aber gleichzeitig auch als »Kritikbegriff« (Hans-Jürgen Pandel) verwendet, um damit nicht-triftige Darstellungen zu bezeichnen,welchekeineempirischeQuellengrundlagebesitzenund/oder»sich durchnichtbelegbareÜberhöhungenhistorischerSachverhalteauszeichnen.«8 Imhier näher analysierten Fallbeispiel des »Hitler-Mythos« handelt es sich umeinenMythos, der sich in der erstenHälfte des zwanzigsten Jahrhunderts vonden1920er Jahrenan9alspolitischerMythosmanifestierte, undsich inder Nachkriegszeit zu einem historischenMythos umbaute, der vor allem in der geschichtsdidaktischen Diskussion im Zusammenhang mit der Debatte um Personalisierung derGeschichte aufgebrochenwurde. Als historischerMythos besitzterbisinseinundzwanzigsteJahrhunderthineinAusläufer,mitdenensich dieser Beitrag dann auch in derAnalyse aktueller österreichischer Geschichts- schulbücher beschäftigen wird. Es handelt sich damit um ein dynamisches Phänomen,das aucheinerdiachronenVeränderungunterworfen ist.10 DerpolitischeMythos BetrachtetmandieZeit desNationalsozialismuswird schnell deutlich, dass es eineVielzahlvonpolitischenMythengab(»Mythensystem«11),dieinnerhalbdes Regimes eine bestimmtemachtstabilisierende Funktion erfüllten. Der Hitler- rikermitMythenumgehen?«, in:Völker-RasorundSchmale,MythenMächte–Mythenals Argument, 65–87, 71. 6 MatthiasWaechter, »Mythos,Version:1.0.«, in:Docupedia-Zeitgeschichte, 11.Februar2010, online verfügbar unter: http://docupedia.de/zg/Mythos?oldid=84641, zuletzt geprüft am 6.September2016. 7 Weber,HistoriographieundMythographie,71. 8 Hans-Jürgen Pandel,Historisches erzählen. Narrativität im Geschichtsunterricht. Schwal- bach/Ts.:WochenschauVerlag, 2010, 73. 9 Kershaw identifiziert den Beginn des Personenkults umHitler bereits im Jahr vor dem Putsch, IanKershaw,DerHitler-Mythos, Stuttgart:DeutscheVerlagsanstalt, 1999, 38. 10 Vgl.Dörner,PolitischerMythosundSymbolischePolitik, 45. 11 WolfgangHardtwig, »DerBismarck-Mythos.GestaltundFunktionzwischenÖffentlichkeit und Wissenschaft.«, in: ders. (Hg.), Politische Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit 1918–1939,Göttingen:Vandenhoeck& Ruprecht, 2005, 61–90, 88. ChristophKühberger186 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Titel
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Untertitel
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Autoren
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Herausgeber
Christoph Kühberger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
294
Kategorie
Lehrbücher
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