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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Seite - 199 -
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(Fortsetzung) SB9:GeschichteundGeschehen4, 52 ›Führerbefiehl,wir folgen‹ ›Er ist dieWahrheit selbst. Er hat die Gabe, das zu sehen, was den Augen anderer Menschen verborgen bleibt‹ behauptet Propagandaminister Joseph Goebbels über Hitler. Die VerherrlichungHitlers wurde planmäßig aufgebaut. Jeder sollte sich dem Glauben an den Führer unterordnen. Um von vornherein jeden Zweifel an der Richtigkeit der Führerbefehle auszuschließen, wurden ihm übermenschliche Eigen- schaftenzugeschrieben.DerKultumdenFührermachte ihmzum›Ersatzgott‹undden Nationalsozialismuszur›Ersatzreligion‹.DerAufbaudesFührerkultsgeschahabernicht nurdurchorganisiertePropagandaderNationalsozialistenoderdurchDruckvonoben. VieleDeutscheundÖsterreichersteigertensichselbstgeradezuineineHysteriehinein, wenn Hitler irgendwo auftrat oder wenn Staat oder Gremien ›Führers Geburtstag‹ feierten. Die Dynamik des Führerkultes entwickelte sich von oben nach unten. Sie bewirkte,wasdieNationalsozialistenwollten:DerFührerwurde für viele zumSymbol fürdieEinheitunddenZusammenhaltdesdeutschenVolkes. GeflügelteWorte,wie›DerFührerwirdesschonwissen!‹oder›DerFührerwirdesschon richtigmachen!‹zeigen,wiesehrvieleMenschenseinerUnfehlbarkeitvertrauten.Dies wird auch dadurch deutlich, dass erkennbaresUnrecht oder unbezweifelbareVerbre- chen der Nationalsozialsten oft mit der Aussage kommentiert wurden: ›Wenn der Führerwüßte…‹. Abb.2: StellenzumpolitischenHitler-Mythos inSchulbüchern InSummekannjedochfestgehaltenwerden,dassdieserBereichzwarvonetwas mehrals60%derösterreichischenSchulbücher thematisiertwird, jedochnicht besonders umfangreich ausgebreitet wird. Zwei Schulbücher, nämlich Ge- schichte live 4 (SB7)undGeschichteundGeschehen4 (SB9)bietenhierfürdie Ausnahme,daerstereseineganze,zweiteressogarzweiSchulbuchseitendiesem Bereichwidmen. DerhistorischeHitler-Mythos indenösterreichischen Schulbüchern Willman jedochdenhistorischenHitler-Mythos bearbeiten,mussmandie in den Geschichtsschulbüchern gebotenen Narrationen über die Vergangenheit hinsichtlich ihres Umgangs mit Adolf Hitler befragen und herausarbeiten, welcheRolleihminderGeschichtedesNationalsozialismuszugeschriebenwird. Die vorliegendeUntersuchungversucht dabei, die Fragestellungquantitativ zu lösen, indem davon ausgegangen wird, dass eine Häufung der Nennung Hitlers62alsSubjektundObjekt indenSätzenderAutorentextedemDiktator in 62 Hierwurde auch erhoben,wennSätze dieWorte »Führer«, »er [Hitler]«, »Hitler-Deutsch- land«, »Hitler-Stalin-Pakt«oder»seine [Hitlers] Ideologie«erhielten.Nicht erhobenwurde »HJ«/»Hitler-Jugend«. Hitler-Mythen inösterreichischenGeschichtsschulbüchern 199 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Titel
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Untertitel
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Autoren
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Herausgeber
Christoph Kühberger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
294
Kategorie
Lehrbücher
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