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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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holenden Weltwirtschaft und Binnenkonjunktur. Wichtige Konjunkturmaß- nahmeneiner zunehmendenstaatlichenKommandowirtschaftwarendanndie FörderungdesWohnungsbaus, indirekteoderdirekteSubventionvonNeuein- stellungen inBetrieben,derArbeitsdienst fürErwerbslose inöffentlichenPro- jekten und Infrastrukturmaßnahmen als kreditfinanzierte Arbeitsbeschaf- fungsmaßnahmensowiesogenannteEhestandsdarlehen,durchdieFrauendem Arbeitsmarkt entzogenwurden.Die Einführung der allgemeinenWehrpflicht, die halbjährliche Arbeitsdienstpflicht imReichsarbeitsdienst (RAD) vor dem Militärdienst ab 1935, der personalintensive Bürokratieaufbau in den unzäh- ligenNS-OrganisationenunddasgroßeAnwachsenderstaatlichenAusgabenim Rüstungssektor verstärkten bereits ab 1934 die Effekte entscheidend. Hinzu kamen noch Terror, Gewalt undManipulationen bezüglich der Arbeitslosen- statistik.18DieRüstungsausgabenstiegenvonrundachtProzentderStaatsaus- gaben1933aufüberfünfzigProzent1935undlagen1938/39beisechzigProzent. Bereits am 8.Februar 1933 legte Hitler im Kabinett inoffiziell für die kom- menden fünf Jahre die »Wiederwehrhaftmachung des deutschen Volkes« als Regierungspriorität fest und stellte explizit heraus, dass jede staatliche Ar- beitsbeschaffungsmaßnahme unter dem Gesichtspunkt dieser Notwendigkeit beurteilt werdenmüsse. Die folgende Finanzierung der Reichsautobahnen im Wegeeiner staatlichenVerschuldung inHöhevon4.525MillionenRMwarnur aufgrund der antidemokratischen Entscheidungsprozesse möglich.19 Der Le- bensstandardwarobjektivgeringeralsvorderWirtschaftskrise,dieLöhneund –durchdieAusrichtungaufdieKriegswirtschaft – auchdieKonsumgüterpro- duktionwarenniedrig. 18 Vgl.HermannWeiß, »Arbeitslosigkeit«, in:WolfgangBenz (Hg.),Legenden,Lügen,Vorur- teile.EinWörterbuchderZeitgeschichte,München:dtv,13.Auflage2006,27–29undWerner Abelshauser, »Kriegswirtschaft undWirtschaftswunder.DeutschlandswirtschaftlicheMo- bilisierung für denZweitenWeltkrieg unddie Folgen für dieNachkriegszeit«, in:Viertel- jahrshefte fürZeitgeschichte47 (1999), 503–538, 505ff., 511,diedenbesonderenAnteil der konjunkturpolitischen Entscheidungen und der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit in Deutschland und dies als Ursache für den besonders schnellen Abbau der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu anderen Ländern hervorheben. Abelshauser attestiert Hitler in diesemBereich »sachliche Kompetenz« und lässt die von Terror undGewalt geprägten Zwangsmaßnahmenunterbelichtet. Demgegenüber betonen Albrecht Ritschl, »Hat das Dritte Reich wirklich eine ordentliche Beschäftigungspolitik betrieben?«, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte I (2003), 125–140, 129ff, 139f., und ChristophBuchheim, »DasNS-Regime unddieÜberwindungderWeltwirtschaftskrise in Deutschland«, in:Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 56, 3 (2008), 381–414, 384, 387, 391, 397,409dengeringenEinflussstaatlicherArbeitsbeschaffungsmaßnahmendesNS-Regimes undgeringeEffektederNS-Wirtschaftspolitik fürdenWirtschaftsaufschwung inDeutsch- land. 19 Vgl. FriedrichHartmannsgruber, »›…ungeachtetdernochungeklärtenFinanzierung‹. Fi- nanzplanung undKapitalbeschaffung für denBau der Reichsautobahnen 1933–1945«, in: HistorischeZeitschrift278 (2004), 625–681, 654ff. DerMythosvonderReichsautobahn 221 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Titel
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Untertitel
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Autoren
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Herausgeber
Christoph Kühberger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
294
Kategorie
Lehrbücher
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