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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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westlichenZivilisationinGefahr).GegeninnenhattederKalteKriegundderaus ihm resultierende Antikommunismus eine binnenintegrierende Wirkung als Weltsicht, die dieGesellschaft von einemdämonisierten äußerenund inneren Feindabsetzte. DerAntikommunismusinderSchweizfandseinenNiederschlaginkonkreten politischen Maßnahmen, so anlässlich der Nichtanerkennung der UdSSR (Aufnahme diplomatischer Beziehungen erst 1946), weiter in einer grossen Übereinstimmung imAntikommunismus oder auch in der bis zumEnde des Kalten Krieges anhaltenden Praxis des »Fichierens«. Im Verlauf des Kalten Krieges wurde von jedem bzw. jeder 20. SchweizerIn und jedem bzw. jeder drittenAusländerIn einegeheimeKartei angelegt. 1989,nicht ganz zufällig am EndediesermanichäischenAuseinandersetzung, flogdieserSkandal auf. KommenwirhierabschliessendaufdenCharakterdesAntikommunismuszu sprechen, was wiederum dessen Dynamik und Tragfähigkeit erklärt: Ur- sprünglich basierte der Antikommunismus auf einem vertikal strukturierten Klassenantagonismus. Mit dem Ausbrechen des Ost-West-Konflikts nahm er einehorizontaleAusrichtunganunderwiessichmitseinerpolitgeographischen Umsetzung als so adaptionsfähig, dass er die klassischen Aus- und Eingren- zungskonstrukte der Moderne und Vormoderne vollumfänglich beerben konnte. In ihm fanden sichAnsätze eines Rassenbiologismus (ausgedrückt in einem heftigen Antislawismus), kulturalistisch argumentierende Volkstums- ideologien(wieFreiheitsepenundFreiheitsmythen)undspezifischenreligiösen Bedeutungsschichten aus dem Kampf gegen den nun zum marxistischen AtheistengewordenenAntichristen. Sie erhöhtendessenWirkungsmächtigkeit undDistinktionskraft in einemSinne,wiedies invorangehendenBewegungen nicht anzutreffen ist.17 Ganz beiläufig formulierte Franz Meyer in einem Geschichtsbuch 1974: »Stalin zeigte in derUNOund imKontrollrat immerwieder sein freundliches asiatisches Lächeln.«18Geschichtslehrmittel sind hierbei jedoch zurückhalten- der.Weit polemischer argumentierte die damals parteigebundeneTagespresse undwarntevorder»EntchristlichungderabendländischenMenschheit«19oder säkularisierter formuliert vor der Bedrohung der europäischen Zivilisation durchdenbarbarischenKommunismus.20 17 KurtImhof,»WiedergeburtdergeistigenLandesverteidigung:KalterKrieg inderSchweiz«, in: ders. u.a. (Hg.),Konkordanz undKalter Krieg. Analyse vonMedienereignissen in der SchweizderZwischen-undNachkriegszeit, Zürich: Seismo,1996, 173–247, 177. 18 FranzMeyer,Wirwollen frei sein. »Weltenweitundheimattreu«,Bd.3,Aarau:Sauerländer, 1974, 329. 19 Vaterland, 17.November1943. 20 LuzernerTagblatt, 29.April 1948. MarkusFurrer252 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Titel
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Untertitel
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Autoren
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Herausgeber
Christoph Kühberger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
294
Kategorie
Lehrbücher
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