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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Seite - 258 -
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vonGeschichtslehrmitteln finden etlichedieser Bilder. Erfassen lassen sie sich hier vorerst nurpunktuell. Es sinddiese:41 – dieVerpflichtungzurModerne; – KonkordanzundKonsens; – WohlstandundBürgerlichkeit sowieÜberheblichkeit imSonderfall. DieVerpflichtungzurModerne Die »Verpflichtung zurModernisierung«währenddesKaltenKriegeswar eine »alternativlose Norm«.42DieWelt ließ sich (fast) nur in eine westlich-demo- kratische und östlich-sozialistische unterteilen. Modernisierungstheorien im Zeitalterder Ideologien (KarlDietrichBracher) aufbeidenSeitenwaren,wenn sie sich auch konkurrierten, ein gemeinsamer Nenner und Grundlage. Anti- kommunismus, verbunden mit Fortschrittsorientierung, mutierte zu jenem hochlegitimiertenGesellschaftsmodell, das erst Ende der 1960er Jahre in eine Krise geriet.Wirtschaftskonjunktur undKalterKrieg schufen ein konsensstif- tendesFortschrittskonzeptimZeicheneinesintegrativenModernitätsideals.Die zeitgenössischenTextpassagen in Schweizer Geschichtslehrmitteln atmen die- sen Geist. Im Lehrmittel von Eugen Halter (1972) manifestiert sich dies an- schaulich: In das Kalte-Kriegs-Narrativ eingeflochten sind Abbildungenmo- derner Schweizer BautenundderMondlandung. Insbesondere diemeist kurz gehaltenen Kapitel zum Kalten Krieg spiegeln den Konkurrenzcharakter der Systemeunddie tiefeÜberzeugung, aufder richtigenSeite des Fortschritts zu stehen,wider.43 KonkordanzundKonsens HistorikerinnenundHistorikerordnendieEpochederlangen1950erJahreauch alsZeitdesKonsens,desKonsumsunddesKaltenKriegesein.InderTatschufen die ökonomischenwie auch die gesellschaftspolitischenRahmenbedingungen unterdenVorzeichenvonWachstumundpolitischemKonformitätsdruckideale Voraussetzungen für den politischen Konsens und die Konkordanzregie- rung.1959 formierte sich die Schweizer Landesregierung als sogenannte »Zauberformel«, eine Vielparteienregierung, die in ihrer proportionalen Zu- 41 Vgl. Markus Furrer,Die Apotheose der Nation. Konkordanz und Konsens in den 1950er Jahren, in:UrsAltermatt u.a. (Hg.),DieKonstruktioneinerNation.NationundNationali- sierung inderSchweiz, 18.–20. Jahrhundert, Zürich:Chronos, 1998, 101–118. 42 Vgl. AleidaAssmann, Ist die Zeit aus den Fugen?Aufstieg undFall des Zeitenregimes der Moderne,München:CarlHanserVerlag, 2013, 82. 43 Eugen Halter, Vom Strom der Zeiten. Zweiter Teil, St. Gallen: Fehr’sche Buchhandlung, 3.Auflage1972, 177. MarkusFurrer258 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Titel
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Untertitel
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Autoren
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Herausgeber
Christoph Kühberger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
294
Kategorie
Lehrbücher
Web-Books
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