Seite - 99 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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Die Maut zu Linz war seit jeher eine begehrte Einnahmequelle, erreichte in
manchen Jahren höhere Summen als jene zu Stein an der Donau. 529 Bereits 1295
hatte die Linzer Maut jährlich 5.000 Talente eingebracht.530
Die Mauteinnahme betrug in jener Zeit als Bischoff sich um dieses Amt bewarb:
1595: 10.610 fl 5 sh 23 Pf (Ybbs 8.843 fl,1 sh, 23 Pf, Stein 9.633 fl, 4 sh, 19 Pf);
1596: 11.209 fl, 5 sh, 25 Pf; - 1597:10.843 fl 7 sh 15 Pf (Stein: 11.114 fl 3 sh 1 Pf); -
1598: 10.383 fl 9 Pf. 531
Der Machtbereich oder das „Pimbwerkh“ der Linzer Mautbeamten erstreckte sich
am rechten Donauufer vom „Graben, der den Barfüßern gehört“, - damit ist wohl das
Zaubertal bei St. Margarethen gemeint - am Wasser und landabwärts bis zum
„Mühlgraben bei der Zaglau“/Mühlbach bei Zizlau, also nicht ganz bis zur
Traunmündung. Am linken Ufer mündete vermutlich im etwa gleichweit verlaufenden
Bereich des Pimbwerks ein Bach zwischen Urfahrwänd und Puchenau und ebenso
dürfte es in der anderen Richtung einen parallelen Mautgrenzverlauf entsprechend
dem gegenüberliegenden Ufer gegeben haben. 532
Bischoff konnte dieses Amt jedoch lediglich interimistisch ausüben.
Als am 5. Dezember 1595 der Linzer Mautner Johann Baptist Pracher verstarb,
bewarben sich zwei Männer, Sebastian Bischoff und der geistliche
Kontributionseinnehmer Georg Burttner beim Kaiser um dieses Amt „dahero an Ihre
Ksl Mt Ich die tag vmb dasselbig Ambt vnderthenigist Suppliciert vnd beineben ainer
Starckhen Summa gellts anerbotten“. 533
Burttner bot wie Bischoff 10.000 fl in bar, und zwar 7.888 fl 22 kr in Form der
Prälatenkontribution, die ihm zu Johannes Baptista zufallen sollte, den Rest in gutem
heurigen Eigenbauwein. Die Gesamtsumme des sogenannten Amtsdarlehens von
20.000 fl wollte er mit 7 % verzinst bekommen. Die Zinsen sollten aus dem Linzer
Mautgefälle bezahlt werden, was in Anbetracht der Kriegszeit schwerlich zu
begleichen war. Für sein altes Amt wäre 5.000 bis - 6.000 fl Anleihe zu veranlagen
gewesen. Weiters hätte der neue Mautner seinem Amtsvorgänger wenigstens jene
Summe auszubezahlen, welche dieser auf dem Mautamt liegen hatte. Burttner, mit
einer Abänderung seines Planes nicht einverstanden, trat schließlich zurück.534
Nun war Bischoff, dem offenbar sehr viel an diesem Amt gelegen war, Alleinbieter
und erklärte sich mit der Forderung von 20.000 fl einverstanden. Den Betrag von
10.000 fl sollte er sogleich, den Rest am folgenden Georgstag, dem 23. April,
erlegen. Außerdem versprach er, eine Schuldverschreibung von 4.000 fl (für die
Witwe Pracher) zu übernehmen. Den Betrag wollte er mit 7 % verzinst wissen.535
Am 5. Jänner 1596 sagte EH Matthias dem Sebastian Bischoff die Stelle eines
Mautners zu Linz zu, aber unter der Bedingung, daß er 10.000 fl Darlehen sofort ins
kaiserliche Kriegszahlamt einbringe und mit dem (ungenannten) Rest das
Amtsdarlehen seines Vorgängers Johann Baptist Pracher ablöse. Prachers Witwe
529
Rausch, Handel/Donau, 15. Mayrhofer/Katzinger, Linz, 135.
530
Schmidt, Linz in alten Ansichten, 15. Kap. Die Zeitgestalt. Linz in der Geschichte Österreichs.
531
Schendl, Mautner Linz, 108.
532
Schendl, Mautner Linz, 81. Damit lag Hagen, Bischoffs Privatbesitz - mit der zugehörigen Urfahrwänd - im
Bereich des Linzer Mautgebietes.
533
Schendl, Mautner Linz, 42 ff. OÖLA, StAF, VII Vermögen, Schulden der Stadt, Sch. 161, 1. Teil. 1521>1593.
Pracher war vorher Sekretär des NÖ Regiments in Wien gewesen. Mayrhofer/Katzinger, Linz, 135.
534
Schendl, Mautner Linz, 42 ff.
535
Schendl, Mautner Linz, 42.
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Buch Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Titel
- Niclas Khueperger
- Untertitel
- (1531 bis 1597)
- Autor
- Hanna und Herbert Schäffer
- Verlag
- Eigenverlag
- Ort
- Linz
- Datum
- 2013/2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.0 cm
- Seiten
- 162
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute