Seite - 112 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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gräflich Tyllischer Oberpfleger und Landgerichtsverwalter bezeichnet und auch sein
Bruder Johann erwähnt. Die Erhebung in den Adelsstand erfolgte mit der Titulierung
„von“, der Rotwachsfreiheit und anderen Privilegien. Wolf Stauffenbuel stand seit
1599 auch im Dienst der Stände, denn er erhielt im Jänner 1619 von ihnen für seine
Bemühungen für 20 ganze Jahre eine „Recompens“ von 153 fl 18 d. Wie aus den
„Zehr“- bzw. Reiseunkosten- Belegen hervorgeht, unternahm er in ihrem Auftrag
auch Dienstreisen nach Wien, Zwettl, Horn und Mähren.613 Als Pfleger der
Herrschaft Spielberg bat er „weillen Er sich in vnderschiedlich Commissionen
gebrauchen lassen, vmb ein Stipendium für seine Söhn“.614
Barbara Bischoff bewohnte laut Aussage ihres Schreibers Stauffenbuel vorwiegend
den Hacken und lebte nur im Winter längere Zeitspannen hindurch in ihrem
Stadthaus. Sie ließ 1607, möglicherweise im Anschluss an den Verkauf des
Grundstückes in der Bethlehemstraße (s.u.), ihre Stuben und Kammern renovieren,
wobei der Untertan Kogler die meiste Arbeit in seinem Häusel verrichtete. Als sie
deswegen zu ihm ging, und der schlechten Verhältnisse gewahr wurde, in der Folge
auch die übrigen Häuseln visitierte, ließ sie „alsamt bessern, außerr dess mosschen,
weliches nit bederfftig“, stellte Holz und Ziegel zur Verfügung. Sie ordnete ferner an,
dass jedes Kind eine meierschaftliche Mahlzeit pro Woche erhielt und bezahlte für
Extra-Arbeit Extra-Lohn.615
Was Bildung und sozial- menschliches Verhalten im Hagen in dieser Ära betraf, so
ließ Barbara Bischoff den Untertanen ein gewisses Maß an Wissen und Information
zukommen. Neben der Belehrung mittels „Vnderthannen- Schuellbuechl“ 616
betraute sie beispielsweise Thomas Diltmann, Schulmeister in Urfahr, mit der
Unterrichtung der untertänigen Kinder und Eltern. Er lehrte am 15. Mai 1609 den
Kindern vom Haken anlässlich der [bevorstehenden, offensichtlich bereits
zugesagten] Erhebung zum Adelssitz ein „musikpoetisch stuckh, so sye der
herrschaft auffbringen solten“. Auch die Einweihung der neuen Glocke im Hagen am
27. Mai 1609 und die damit verbundenen Feierlichkeiten weisen auf die bereits
erfolgte Zusage der Erhebung hin. Aus diesem Anlass war auch die
Oberwallseeische Verwandtschaft im Hagen anwesend. Zur Aufwertung der Feier
fand eine Taufe (des Vitus Danner) statt. Auch der „Bruder“, der zu jener Zeit nicht
im Schloss, sondern in einem Häusel untergebracht war, segnete auf der Bischoffin
Geheiß die Glocke, „auff das die glockh dem Haken ewichlich leith“. 617
Anlässlich der Erbhuldigungsfeierlichkeiten 1609 wurde auch im Hagen am 17. Mai
ein Freudenfeuer veranstaltet.618
Im Jahre 1610 reiste Barbara Bischoff nach Bad Zell. Die Rechnungslegung aus
Oberwallsee besagt: „Im Juni ist Frau Bischoffin ins Zeller Padt geraist, hat sich zu
oberwalsee angemelt, sein Ier durch Frau Schmidtauerin in ain Lädl in die ober
613
Siebmacher, Bd 22 (Bayern), 92. OÖLA, LA, Ständ. Archiv, BeschProt 1630, Hs 208, fol. 219, 234 ; ebd.
BeschProt 1619, Hs 200, fol. 8, 25, 90, 145, 215, 275.
614
OÖLA, LA, Ständ. Archiv, BeschProt 1636, Hs 214, fol. 7, dat. 4. Jänner 1636.
615
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 9, Stauffenbuel.
616
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 11. Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen/Linz, 40. Dieses
Untertanenbuch diente offensichtlich ca 130 Jahre später als Grundlage für die Fortsetzung unter Baron Nikolaus
von Clam.
617
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 9, Stauffenbuel. Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen/Linz, 40.
Schäffer, Johannes-Kapelle. Die Taufe ist in AStL, ELM ebenso vermerkt.
618
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 10.
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Buch Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Titel
- Niclas Khueperger
- Untertitel
- (1531 bis 1597)
- Autor
- Hanna und Herbert Schäffer
- Verlag
- Eigenverlag
- Ort
- Linz
- Datum
- 2013/2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.0 cm
- Seiten
- 162
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute