Seite - 113 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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stuben auf dem Mitern gang getragen vnnd zuegestelt worden, darumben sy aber
die Quittung gwaigert, 100 fl.“619 Weiters ist vermerkt: „Damals ist der Frau
Bischoffin ain Roß erkhranckht, dron hat Schmidt Zu Landtshag ain monatlang ghailt,
diese Zeit sein Schmidt, der Frau khnecht vnnd Ross vnderhalten worden derfür
wierdt gesezt 8 fl.“620 Im Juli 1610 beglich Anna Maria auch die Kosten betreffend
den Schöffmann und „Pier“ für ihre Mutter.621
Einen Betrag von 100 fl erhielt die Bischoffin 1612 durch einen Diener überbracht.622
B. Bischoff bezog aus Oberwallsee immer wieder Geld. So wurden ihr zB am 26.
Februar 1611 auf ihr Schreiben hin „bey Ierem Gutschi bueben abermal in Tallern
geschickht 50 fl.“623
Die Bischoffin erhielt ua jahrelang Wein und Most von Wein- und Obstgärten in
Rottenegg, sowie auch Bier. 1610 bekam sie Bier um 3 fl 4 ß, 1611 abermals 6 Emer
Pier geschickt.624
Pflanzte man im Hagen laut Chronikvermerk schon vor dem Auftreten der Römer
Wein - wiewohl es sich um einen sauren Haustrunk gehandelt haben soll 625 - und
dann sogar bis zur Donau hinunter, so findet man diese Gepflogenheit noch zur Zeit
der Bischoffin. Sie erwarb sogar noch 1610 zwei Weingärten in der Pfarre
Feldkirchen an der Donau.626
Wird auch in der Folge in den spärlichen erhaltenen Abschriften kein Weingarten im
Hagen mehr erwähnt, so heißt das nicht, dass es ihn nicht gegeben hat. Weinbau
findet noch im 19. und 20. Jahrhundert Erwähnung. Auch bei diversen
Untertanenhäusern, so in der Urfahrwänd Nr. 3 (Rudolf Mitter), der Villa Tscherne
(Hagenstr. 41 a), u.a. gab es noch Weinreben, wenn auch in kleinerem Ausmaß.627
Adalbert Stifter, welchem Mitte 19. Jahrhundert im Schloss Hagen von den
Starhembergern ein Raum als Freizeitdomizil zur Verfügung gestellt worden war,
nahm mit großer Wahrscheinlichkeit Schloss und Umfeld Hagen zum Vorbild in
seinem Werk „Der Nachsommer“. Er bemerkte, dass der Besitzer des
beschriebenen Landgutes [in unserem Fall Heinrich von Starhemberg] „auch
Weinreben in demselben zog, obwohl das Land der Pflege dieses Gewächses nicht
ganz günstig ist“. 628
Die Episode des sogenannten “Passauer Kriegsvolkes”, einer von Ks Rudolf II.
gegen seinen Bruder Kg Matthias infolge des Bruderzwistes im Hause Habsburg
angeheuerten Söldnerarmee unter Oberst Lorenz von Ramee zeigte, dass die
Stände das Land nicht verteidigen konnten. 629 Die Passauer Söldner rückten am 13.
Jänner 1611 durch Linz, überquerten die Donau, blieben bis 30. Jänner in
Quartieren in Urfahr und verübten zahlreiche Plünderungen, ua beim Mayr zu
Götzling,630 auf Bauernhöfen in Lichtenberg, in der Pfarre Gramastetten, usw,
619
OÖLA, HA Ow, Sch. 68, Hft als Wirtschaftsträger, 1603 – 1612, Rottenegg, Fasc. I, fol. 7, 7´, Anno 1610.
620
OÖLA, ebd., fol. 7´.
621
OÖLA, ebd., fol. 7´.
622
OÖLA, ebd., fol. 7´.
623
OÖLA, ebd., fol. 8´.
624
OÖLA, ebd., 8´.
625
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 21 ff.
626
Aspernig, Hagen, 52.
627
Ströbinger/Schneider berichtete, sie blickten von ihrem Grundstück auf den kleinen Weingarten im Hagen; PI
30. März 1997, 22. Jänner 1998. Mitter/Heine, PI 25. Februar 2007. Reder, PI 22. Oktober 1998, 24. Jänner
2002, Hüttner, März 1998: Kleiner Weingartenteil im Südwesten.
628
Stifter, Nachsommer, 67. Vgl Schäffer, Adalbert Stifter und Schloss Hagen.
629
Heilingsetzer, Entwicklung OÖs, 75.
630
Scherrer, Mayr zu Götzling, 24 f.
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Buch Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Titel
- Niclas Khueperger
- Untertitel
- (1531 bis 1597)
- Autor
- Hanna und Herbert Schäffer
- Verlag
- Eigenverlag
- Ort
- Linz
- Datum
- 2013/2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.0 cm
- Seiten
- 162
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute