Seite - 150 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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Kurzinformation zum Schloss Hagen: 736
Das nahe der Stadt Linz und ab 1919 durch Eingemeindung des gesamten Gebietes
gleichsam in einem Vorort von Linz gelegene Areal des ehemaligen Schlosses
Hagen am Pöstlingberg, war seiner gĂŒnstigen und schönen Lage wegen schon sehr
frĂŒh besiedelt, wie Bodenfunde, alte Berichte und das Legendengut 737 im
Schlossarchiv erkennen lieĂen.
Dass der Besitz im Bereich der UrfahrwÀnd unmittelbar an die Donau grenzte, schon
in frĂŒhen Zeiten bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine FĂ€hre unterhalten, Steinabbau
und Ziegelherstellung betrieben wurde, eine Brauerei existierte, mag seine stetige
Entwicklung, Erweiterung und Begehrtheit gefördert haben.
Aus kleinster Zelle zum Gut und Landgut geworden, welches zahlreiche adelige
Geschlechter, wie die Herren von Wilhering-Waxenberg, Haunsberg, Amerang-
Schleunz, Griesbach, Steyr-Storchenperg [=Starhemberg] innehatten, gelangte es
um 1300 an das mÀchtige Geschlecht der Herren von Wallsee, die es bis zu ihrem
Aussterben 1483 als Allodium (Eigengut) besaĂen und verlehnten.738 Aus der Zeit
ihrer âHerrschaftâ ist die erste bis dato bekannte Original-Beurkundung ĂŒber das
âguet im Hakkenâ (aus dem Jahre 1414) erhalten. Nach dem Aussterben der
Wallseer traten die Schaunberger als Erben auf. Ende 1491 zog der LandesfĂŒrst den
Besitz ein und gab ihn den Hohenfurtern zunÀchst als Lehen. Unter dem letzten
Hohenfurter wurde es 1528 wieder Allodium. Mittels Einheirat in diese Familie
gelangte das Gut an Christoph HĂ€ckhl von Lustenfelden.739 Dieser brachte im Jahre
1571 das bÀuerliche Erbrecht an sich und errichtete zwischen 1571 und 1574 auf
dem Areal ein Schloss. Er stattete es mit zwei PrunksÀlen, einer schönen neuen
Kapelle, Archiv, Bibliothek und RaritÀtenkammer, zahlreichen weiteren
RĂ€umlichkeiten, Reiterstiege, Marmorhalle, Marmortreppe, erlesenen Kostbarkeiten,
exquisitem Mobiliar, prÀchtigen Kachelöfen und Böden, Wandteppichen und Bildern,
etc aus, errichtete eine neue Brauerei, ein Gesindehaus, usw.740 Etliche der erhalten
gebliebenen kostbaren Objekte aus Schloss Hagen sind heute im Linzer
Schlossmuseum und im Stadtmuseum âNordicoâ zu bewundern, andere befinden
sich in bekanntem und unbekanntem Privatbesitz.
Nach HĂ€ckhlÂŽs Tod im Jahre 1577 gelangte das bereits als Adelssitz erscheinende
Schloss, was es trotz der prachtvollen Gestaltung de facto noch nicht war, an den
Linzer BĂŒrgermeister Niclas KhĂŒeperger. Dieser schenkte es 1586 seiner Tochter
Barbara, die es mit ihrem ersten Gemahl Stefan Engl von Wagrain bewohnte.
Nach Stefans Tod (1593) verblieb es bis Ende 1617 bei ihr und ihrem zweiten
Gatten, dem in kaiserlichen Diensten stehenden Sebastian Bischoff. Sie hatte 1609
die Erhebung des Hagen zum Edelsitz erreicht.741
Die Erben nach Barbara Bischoff waren zunÀchst ihre Tochter Anna Maria,
verheiratete Schmidtauer, und dann deren Söhne Jobst Thomas und Hanns
Adam Schmidtauer von Oberwallsee. Vom letzten Schmidtauerischen Besitzer
736
Details: SchÀffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I, II (Ms).
737
SchĂ€ffer, MerkwĂŒrdiges aus dem Hagen/Linz. SchĂ€ffer, SchloĂ Hagen bei Linz, S. 140 ff.
738
SchĂ€ffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I (Ms). OĂLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 32.
739
SchÀffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I (Ms).
740
SchĂ€ffer, GHft Hagen, Bd II (Ms). OĂLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 14. Wacha, welcher das Schloss und
Teile seiner Pretiosen kannte, datierte zahlreiche ins 16. Jh. Wacha, PI 5. Nov. 2001, 26. MĂ€rz 2003.
741
SchÀffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I, II (Ms).
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Buch Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
BĂŒrgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Titel
- Niclas Khueperger
- Untertitel
- (1531 bis 1597)
- Autor
- Hanna und Herbert SchÀffer
- Verlag
- Eigenverlag
- Ort
- Linz
- Datum
- 2013/2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.0 cm
- Seiten
- 162
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute