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und Partiturspiel. 1931 Reifeprüfung in Klavier und Komposition mit vorzüglichem Erfolg,
anschließend Kapellmeisterfach bei Oswald Kabasta und Komposition bei Schmidt. Von
der ursprünglich intendierten Sängerinnenlaufbahn wechselte sich ihre Berufsvorstellung
in Richtung Dirigieren.
Laufbahn: Erste Erfahrung sammelte H. F. am Dirigentenpult 1933 anlässlich der Jahres-
feierlichkeiten zu Brahms 100. Geburtstag, wo sie im Großen Musikvereinssaal das „Frau-
en-Symphonie-Orchester“ leitete und dafür gute Kritiken erhielt. Auch ihr Abschlusskon-
zert der Kapellmeisterausbildung im Juni 1933 dirigierte sie im selben Konzertsaal. Ihre
Karriere als Dirigentin musste sie jedoch wegen äußerer Umstände aufgeben, die Geschäfte
ihres Vaters entwickelten sich in den Jahren der Weltwirtschaftskrise sehr schlecht, zudem
wurde er schwer krank und ihr Bruder arbeitslos. Sie wurde nun finanziell mitverantwortlich
für das Familieneinkommen. Gute Verdienstmöglichkeiten bot ihr das Varieté als Pianis-
tin. Mit diversen Varieté- und Revue-Gruppen tourte sie durch Europa. 1936/37 begann sie
mit ihrer Arbeit an der Oper Arajia. 1937/38 ging sie nach Mailand, wo sie als Haus-Leh-
rerin Deutsch und Französisch unterrichtete und später als Sekretärin einer Arzneimittel-
firma arbeitete. Als „kommunistische Agentin“ denunziert, musste sie das Land verlassen.
Ihr Fluchtweg führte über Paris nach England, wo sie in Manchester erneut eine Stelle im
Haushalt übernahm. Später war sie als Journalistin und Übersetzerin tätig. Hier begegnete
sie der „Legion Mariens“, eine 1921 in Dublin gegründete Bewegung des Laienapostolats.
Um als „Gesandtin“ der „Legion Mariens“ deren Geist nach Deutschland zu tragen trat sie
als Dolmetscherin der amerikanischen Armee bei und wurde in Esslingen stationiert. Nach
dem Austritt aus der Armee (1952) und der Niederlegung ihrer Funktionen 1957 wurde sie
in Frankreich ansässig. Zur Musik kehrte sie nach 1938/39 nur noch gelegentlich zurück (als
Chorsängerin an der Frankfurter Oper, oder als Liedbegleitung am Klavier). Die meisten
ihrer Werke sind verschollen.
L.: Gruber 1990, Marx/Haas 2001
Fisch Olga, geb. Anhalzer, verh. Rübsam; Designerin
Geb. Budapest, Ungarn, Jänner 1901
Gest. Quito, Ecuador, 30. 12. 1991
LebenspartnerInnen, Kinder: War in zweiter Ehe verheiratet mit Bela Fisch.
Ausbildungen: Sie begann ihre künstlerische Ausbildung in Wien, später studierte sie an der
Düsseldorfer Kunstakademie Malerei.
Laufbahn: Übersiedelte mit ihrer Familie nach Györ. Sie arbeitete von 1919 –1920 in der
Keramikklasse der Wiener Werkstätten, fertigte Zeichnungen für sozialdemokratische Zei-
tungen an und illustrierte Bücher. 1937 reiste sie nach Äthiopien, von dort emigrierte sie
über New York nach Ecuador, nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Bruder Opfer eines anti-
semitischen Anschlags geworden war. Am 2. 6. 1939 trifft sie mit ihrem Mann in Quito ein.
Sie sammelte indianische Volkskunst und baute über ihr Geschäft „Folclore“, das bis heute
existiert, einen Handel mit einheimischen Webarbeiten, Malereien und Keramik auf. Zu-
gleich unterrichtete sie in der nationalen Kunstschule Escuela de Bellas Artes. Sie entwarf
auch textile Wandbilder, eines davon für das UN-Hauptgebäude in New York.
L.: Douer 1995, www.ila-bonn.de/artikel/ila338/kuenstlerinnen_emigrierte.htm
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika