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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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F | Fischer828 Fischer Hannah; Kindergärtnerin und Psychologin Geb. Wien, 27. 9. 1925 Herkunft, Verwandtschaften: Eltern: Béla (1883–1957) und Luise Fischer, geb. Treu (1889– 1954), Zwillingsbruder Raphael Erwin. Mutter  – aus dem Rheinland stammend  – war Jour- nalistin, Vater  – aus Bratislava zugezogen  – Spitalsrabbiner der Wiener Israelitischen Kul- tusgemeinde. Beide Eltern mussten vor den Nationalsozialisten fliehen: Vater verließ nach KZ-Haft 1940 Wien per Schiff und gelangte nach Internierung auf Mauritius erst nach Kriegsende nach Palästina, Mutter ging mithilfe eines „Domestic Permit“ 1938 nach England. LebenspartnerInnen, Kinder: H. F. ist unverheiratet, Adoptivsohn Franz Fischer, geb. 2. März 1960 (Adoption 1961). Ausbildungen: Nach der Volksschule Besuch des Chajes-Gymnasium in Wien. Im Septem- ber 1938  – gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder  – über Betreiben der Mutter nach England verschickt, wo beide Kinder zunächst in einem Kinderheim in Deal untergebracht wurden. Sti- pendium für die Badminton School in Bristol, Abschluss 1941. Anschließend „Trainee“ in den Hampstead Nurseries von Anna Freud, ab Ende 1943 „nursery assistent“ (Kindergärtnerin) in der „Austrian Day Nursery“ in London. Rückkehr nach Österreich September 1946, nach Able- gung der Befähigungsprüfung für Kindergärtnerinnen Studium der Pädagogik und Psychologie an der Universität Wien neben hauptberuflicher Tätigkeit als Kindergärtnerin. Abschluss 1952 (Dr.phil.) mit Dissertation über das ein- bis zweijährige Kind. 1964 Lehramtsprüfung für Leh- rerbildungsanstalten (Mag.). Nebenberufliches Medizinstudium (nicht abgeschlossen). Laufbahn: Im Exil in England Kontakt zum „Austrian Centre“ und zur dortigen Jugend- gruppe „Young Austria“. Politisierung zum Kommunismus. Nach Rückkehr Tätigkeit als Kindergärtnerin im Werkskindergarten Schwadorf, ab 1947 in Kindergärten der Stadt Wien. Nach Studienabschluss 1952 wegen ihrer politischen Ausrichtung erst ab 1957 Tätigkeit als Psychologin im Zentralkinderheim der Stadt Wien. 1968 Austritt aus der KPÖ, später Mitgliedschaft der SPÖ. Ab 1967 Lehrtätigkeit an der Wiener Bildungsanstalt für Kinder- gärtnerInnen, von 1984 bis 1990 (Pensionierung) deren Leiterin. Engagement für Ausbil- dungsprojekt für saharauische Frauen in den Flüchtlingslagern in Algerien (gemeinsam mit Volkshilfe und Polisario) zu Kindergärtnerinnen und später zu Lehrerinnen für Kindergar- tenpädagogik, das H. F. nach ihrer Pensionierung weiter betreut. 1975 Initiative zur Grün- dung des  – psychoanalytisch orientierten  – Anna Freud Kindergartens in Wien. Engagement als Zeitzeugin und in der Nachhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund in Österreich. Ausz., Mitglsch.: 1991 Verleihung des Berufstitels „Hofrätin“, 2003 Otto Glöckel Medaille der Stadt Wien, 2011 Ehrenmitgliedschaft der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung. Qu.: DÖW, WStLa, Privatarchiv Dr. Hannah Fischer. W.: „Einjährige und zweijährige Kinder im Tagesheim“ (21972), „Leben nach der Flucht. Anna Freud  – verfemt, vertrieben, wieder entdeckt. In: L’Homme. 15. Jg. Heft 2 “ (2004), „Stella Klein-Löw (1904–1986) Pädagogin  – Politikerin  – Mensch. In: Sandra Wiesin- ger-Stock (Hg.): Vom Weggehen“ (2006), „Der lange Weg vom Traum zur Wirklichkeit. Zur Entstehung des Anna Freud Kindergartens. In: Sandra Wiesinger-Stock (Hg.): Vom Weggehen“ (2006). Zahlreiche Aufsätze und Artikel zum Thema Kinderpsychologie und Kindergartenpädagogik etc. in Erziehungsratgebern. L. u. a.: Bollauf 2003, Bollauf 2010, Kienzl/Kirchner 2002 Traude Bollauf
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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