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Flachberger840
nenreifeprüfung und die Lehramtsprüfung für Kurzschrift und Maschinschreiben für öf-
fentliche mittlere und höhere Lehranstalten ab. Seit September 1965 war sie im Schuldienst
tätig. Im WS 1964 begann sie das Studium der Völkerkunde im Hauptfach und Volkskunde
im Nebenfach und promovierte 1972 bei Hirschberg und Haekel. Nach ihrer Promotion
blieb sie weiterhin als Lehrerin im Schuldienst tätig.
W.: „Das Glaubensleben der Namaqua von 1777 bis 1837 mit einer Einführung in die Stam-
mesgeschichte. Diss. Univ. Wien“ (1972)
L.: Smetschka 1997
Flachberger Therese, geb. Rohlik; Einlegerin und Widerstandskämpferin
Geb. Salzburg, Sbg., 15. 11. 1911
Gest. Aichach, Deutsches Reich (Deutschland), 24. 1. 1945
LebenspartnerInnen, Kinder: Ehemann: Franz Flachberger (* 1909). Er war von 1929 bis
1934 Mitglied des Arbeiter-Sportvereines, der Freien Gewerkschaften und des Republika-
nischen Schutzbundes. Er wird am 24. 8. 1944 wegen Wehrkraftzersetzung vom OLG Wien
zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und war vom 13. 4. 1944 bis 28. 4. 1945 inhaftiert.
Laufbahn: Th. F. war Mitglied des marxistischen Turnvereins und war bis 1939 als Einlegerin
in einer Druckerei beschäftigt. Anlässlich einer Weihnachtsfeier am 24. 12. 1943 in der Woh-
nung seines Bruders sagte Franz Flachberger, als von der Bombardierung Berlins gesprochen
wurde: „Die können von mir aus alle zugrunde gehen“. Th. F. meinte auf die Bemerkung hin,
wenn Deutschland den Krieg verlieren würde, wären die Soldaten an der russischen Front
verloren: „Na wenn schon, die haben ja auch schon genug Russen umgebracht“ und ihr Ehe-
mann bekräftigte: „Die haben ja schon nach Tausenden hingemordet“. Offenbar wurden Th.
und Franz Flachberger von Personen dieses familiären Kreises angezeigt. Es waren an diesem
Abend der Bruder Franz Flachbergers, Josef, dessen Frau Hedwig und deren Schwester Anna
Winkler anwesend. In dem Urteil heißt es, diese Äußerungen wären geeignet, „den Glauben
an den Endsieg zu untergraben und damit die Widerstandskraft des deutschen Volkes zur
wehrhaften Selbstbehauptung zu lähmen und zu zersetzen.“ Franz und Th. F. wurden nur
deshalb nicht zum Tode verurteilt, weil ihre Äußerungen im engeren Kreis gefallen sind. Th. F.
wird gemeinsam mit ihrem Mann am 24. 8. 1944 vom Oberlandesgericht Wien wegen „wehr-
kraftzersetzender Äußerungen“ zu zwei bzw. drei Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Ehrver-
lust verurteilt. Th. F. überlebte die Haft nicht. Sie wurde nach mehrmaligem Haftaufschub am
3. 1. 1945 in das Zuchthaus Aichach deportiert und verstarb dort am 24. 1. 1945.
Qu.: Datenbank OLG, DÖW.
L.: Dokumentationsarchiv 1991
Flachs-Fokschaneanu Louise; Schriftstellerin und Übersetzerin
Geb. Bottuschan (Jeschurun, Rumänien), 17. 12. 1863
Gest. ?
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Moritz Fokschaneanu. Die Eltern zogen, als sie noch
ein Kind war, von Rumänien nach Wien.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1892 Heirat mit dem Schriftsteller Adolf Flachs.
Laufbahn: L. F.-F. verbrachte mehrere Jahre in Russland. Nach der Rückkehr nach Wien be-
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika