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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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F | Fleischl848 Neuhold, dem kleinen Bruder von Elfriede, angeliefert und von M. F. an ihre Tochter und von dieser wiederum an den Kurier in die Weststeiermark weitergeleitet. Daneben stellt M. F. ihre Wohnung für Treffen ihrer Tochter mit den KP-Funktionären aus Voitsberg zur Verfügung. Ab dem Frühjahr 1941 wird seitens der Gestapo das bis in die Obersteiermark und Wien reichende Netz von Widerstandszellen aufgerollt und auch die Kuriere und Un- terstützer dieser Zellen festgenommen. M. F., die als Aufräumerin im Union-Kino arbeitet, wird am 7. November 1941 verhaftet und in der Folge vom Oberreichsanwalt gemeinsam mit anderen wegen Vorbereitung des „kommunistischen Hochverrats“ angeklagt. Im Pro- zess des Oberlandesgerichts Wien, das am 18. Mai 1943 in Graz tagt, wird sie zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, da sie  – wie es im Urteil heißt  – „fortgesetzte hochverratsvorbereitende Betätigung“ entfaltete, sodass „besonders aufhetzende, zersetzende kommunistische Flug- schriften in das steirische Industriegebiet von Voitsberg gelangten.“ M. F. kommt in das Zuchthaus Waldheim (Sachsen), aus dem sie am 7. Mai 1945 befreit wird. Ihre Tochter Hildegard Burger (6. 11. 1905–23. 9. 1943) wird zwei Tage nach ihrer Mutter in Graz zum Tode verurteilt und am 23. September 1943 hingerichtet. Zu diesem Zeitpunkt ist M. F.s Sohn, Max Kurnik (29. 8. 1914–20. 1. 1967), im KZ Dachau. Dieser ist Ende Jänner 1938 nach Spanien gegangen, um auf der Seite der Republik zu kämpfen. Nach dem Rückzug der Internationalen Brigaden aus Spanien wird er in Frankreich interniert und schließlich ins KZ Dachau überstellt. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus kehrt M. F. 66-jährig nach Graz zurück, wo sie bis 1967 lebt, ehe sie nach Australien geht. Qu.: 7 OJs 354/42 Urteil gegen M. F. u. a.; DÖW 2555, 2581, 2582. Heimo Halbrainer Fleischl Hilda, geb. Barber, verh. Berdach (1. Ehe); Ärztin Geb. Wien, 2. 6. 1910 Gest. Wellington, Neuseeland, 13. 11. 1961 Herkunft, Verwandtschaften: Eltern: Rosa und Arnold Barber, Stadtbaumeister. LebenspartnerInnen, Kinder: Karl Berdach (1. Ehemann und Vater des Sohnes Peter); Ma- rio Fleischl (2. Ehemann und Adoptivvater von Sohn); Sohn: Peter Fleischl (* 1926). Ausbildungen: Medizinstudium in Wien, Lausanne (Beendigung des Studiums der Medi- zin 1938), obligatorisches Medizinstudium in Dunedin (Approbation 1942). Laufbahn: Zwangsweiser Abbruch des Studiums der Medizin in Wien 1938 (drei Mona- te vor Abschluss). Flucht nach Italien und weiter in die Schweiz. Beendigung des Studi- ums in der Schweiz möglich. August 1939 Ankunft in Neuseeland, wo es notwendig war, in Dunedin an der einzigen Medizin-Universität Neuseelands durch Besuch von Kursen und Ablegung von Prüfungen über drei Jahre hinweg eine Approbation für Neuseeland zu erlangen. Dies gelang 1942, danach ein Jahr Arbeit im Spital und ab 1943 praktische Ärztin in Wellington bis zum unerwarteten Tod 1961. In Wellington war das Haus von H. F. und Mario Fleischl ein Treffpunkt für MalerInnen, MusikerInnen, SchriftstellerInnen und H. F. war berühmt für ihre Gulaschkochkünste. Sie baute sich in Neuseeland ein neues Leben mit vielen langjährigen Freundschaften auf. L.: Hilda Fleischl. In: Obituary New Zealand Medical Journal, Vol 61, Nr. 353, January 1962, S. 54–55; Peter Berdach, later known as Peter Fleischl. In: Life Stories. National Fund of
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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