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Fleming | F 851
bürgerlichen Mittelschicht bewohnten neunten Wiener Gemeindebezirkes. 1919 bis 1923
ist sie Gemeinderätin im 9. Bezirk und somit eine der ersten Frauen in Österreich, die eine
höhere politische Funktion ausüben. R. F. ist sowohl im Wohlfahrtswesen als auch in der Ju-
gendfürsorge tätig. Bei Frauenkonferenzen sowie bei den Frauenplenarversammlungen der
sozialdemokratischen Partei setzt sie sich vehement dafür ein, dass die politisch tätigen Ge-
nossinnen für die Aufklärung der Berufsarbeiterinnen im politischen Bereich sorgen. Neben
ihrer politischen Tätigkeit schreibt sie auch für die „Arbeiterinnen-Zeitung“.
R. F. gründet die Ortsgruppe Alsergrund der Kinderfreunde und trägt die Zeitschriften
„Volksbühne“ und „Arbeiterinnenzeitung“ aus. Sie setzt sich für die politische, gewerkschaft-
liche und genossenschaftliche Bewegung innerhalb der sozialdemokratischen Partei ein und
gilt auch als begabte Rednerin auf Parteiversammlungen.
R. F. stirbt am 17. September 1923, kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, in Wien.
L.: Pasteur 1986, Arbeiterinnen-Zeitung 2. 10. 1923, AZ 18. 9. 1923, AZ 22. 9. 1923, Das In-
teressante Blatt 4. 10. 1923, Die Frau. Sozialdemokratische Monatsschrift für Politk, Wirt-
schaft, Frauenfragen, Literatur 11, 1933, WZ 18. 9. 1923
Karin Nusko
Fleming Dorothy, Dorli, geb. Oppenheimer; Lehrerin und Psychologin
Geb. Wien, 3. 5. 1928
Herkunft, Verwandtschaften: Schwester: Lisi Oppenheimer. Sie konnte die Flucht aus
Wien nie verwinden und kam auch später in ihrem Leben nie damit zurecht, starb mit
52 Jahren, wie ihre Schwester meint, an den Spätfolgen eines gebrochenen Herzens. Dem
Vater wurden nach der Kristallnacht die beiden Geschäfte weggenommen. Die Großmut-
ter mütterlicherseits wurde deportiert und umgebracht. Die Eltern konnten ebenfalls nach
England entkommen.
LebenspartnerInnen, Kinder: Heiratete 1949, drei Kinder.
Ausbildungen: Pflichtschule und einige Zeit Besuch der Frauenerwerbvereinsschule, Wei-
terbesuch der Schule in England, 1946 bis 1948 Ausbildung zur Lehrerin in Bath. 1968 bis
1971 Psychologiestudium.
Laufbahn: Floh zusammen mit ihrer Schwester am 10. Jänner 1939 mit einem Kindertrans-
port nach England, arbeitete als Lehrerin 1948 bis 1950 in London, 1950/51 in Brighton,
1951 bis 1959 in Mexborough und in Sheffield. Ab 1973 Professorin am Teachers Training
College in Sheffield, 1988 krankheitshalber pensioniert.
L.: Wimmer 1993
Flemming Marilies, geb. Oertl; Juristin, Nationalrätin und Bundesministerin
Geb. Wiener Neustadt, NÖ, 16. 12. 1933
Herkunft, Verwandtschaften: Stammt aus dem Bildungsbürgertum; Vater: Rudolf Oertl,
Filmemacher und Historiker.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1963 Heirat mit Wulf Flemming, Filmproduzent; Kinder:
Uwe (* 1964); Kirsten (* 1966).
Ausbildungen: Volksschule, Bundesrealgymnasium der Ursulinen in Salzburg 1945 –1948,
Bundesrealgymnasium in Wien 1948 –1952, einige Semester Studium der Theaterwissenschaft,
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika