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Flesch852
Studium der Rechte an der Universität Wien, 1960 Dr. iur., Sprachstudien in Paris und an
der Universität Cambridge 1953–1954.
Laufbahn: Juristin, Gesellschafterin, Geschäftsführerin und Miteigentümerin der Film-
produktion ihres Mannes „Team-Film-Production“ 1972 –1991; 1963 erster Kontakt mit
der ÖVP im Österreichischen Akademikerbund, seit 1969 Mitglied der Österreichischen
Frauenbewegung (1977–1984 Generalsekretärin, 1986 –1992 Bundesleiterin), Abgeordnete
zum Wiener Landtag (Ausschuss für Soziales und Gesundheit, später Kulturausschuss) und
Mitglied des Wiener Gemeinderates 1973–1987, Frauenvorsitzende der Bundes-ÖVP, Prä-
sidentin der Europäischen Frauen-Union 1987–1993, Mitglied des Bundesparteivorstandes
der ÖVP 1984–1991; Abgeordnete zum Nationalrat (XVIII. GP) ÖVP 5. 11. 1990 –16. 1. 1990,
Abgeordnete zum Europäischen Parlament ÖVP 11. 11. 1996, Bundesministerin für Familie,
Jugend und Konsumentenschutz 21. 1. 1987–31. 3. 1987, betraut mit der vorläufigen Leitung
des Bundesministeriums für Gesundheit und Umweltschutz 21. 1. 1987–31. 3. 1987, Bun-
desministerin für Umwelt, Jugend und Familie 1. 4. 1987–5. 3. 1991; F.s Ausscheiden aus der
Bundesregierung und dessen Gründe waren überraschend, sie informierte zwar den Rech-
nungshof, nicht aber den Unvereinbarkeitsausschuss des Parlaments über die Geschäfte der
Filmfirma ihres Mannes. Die Kritik der Opposition bewegte sie zum Rücktritt. Sie blieb
aber weiterhin Vorsitzende der ÖFB und behielt ihre Funktion innerhalb der Europäischen
Frauenunion. 1992 in der ÖVP zur „Sonderbeauftragten für Flüchtlings- und Ausländerin-
tegrationsfragen“ ernannt.
Als Politikerin vor allem aktiv in der Frauen- und Umweltpolitik, sie zeigte sich unzufrieden
mit der Vertretung und Repräsentanz der Frauen in ihrer Partei. Gegner schaffte sie sich
vor allem mit ihrem vehementen Eintritt gegen das Donaukraftwerk Hainburg, was ihr die
Androhung eines Parteiausschlussverfahrens einbrachte.
Zitate: An das schallende Gelächter kann sich M. F. noch erinnern, als sie 1963 für eine ge-
rechte und gleiche Aufteilung der Haushaltspflichten zwischen Frau und Mann eingetreten
ist: „Da war ich bald als Emanze verschrien“. Über ihr Umweltengagement als Ministerin:
„Ich werde als Ministerin in der Au zu finden sein.“ (profil, 2. 2. 1987).
W.: „Politik für Frauen“ (1986)
L.: Parlamentarierinnen, Stranzinger 1995, www.aeiou.at
Flesch Ella; Sängerin
Geb. Budapest, Ungarn, 16. 6. 1900
Gest. New York City, New York, USA, 6. 6. 1957
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Desider Flesch; Mutter: Ilka Hofbauer. Nichte von
Carl Flesch (1873–1944), Geiger.
Ausbildungen: Gesangsstudium in Budapest und Wien bei Elisa Elitza.
Laufbahn: 1922 Debüt an der Wiener Staatsoper, Engagement bis 1925, 1925 –30 Bayeri-
sche Staatsoper München, 1930 –33 Opernhaus Leipzig. Musste 1933 als Jüdin Deutsch-
land verlassen, 1933–34 Deutsches Theater Brünn, 1935–36 Stadttheater Graz, 1936 –38
Wiener Staatsoper. Ging 1938 für zwei Spielzeiten nach Basel und emigrierte danach in die
USA, wo sie an der Metropolitan Opera und der New York City Opera wirkte. Seit 1948 als
Gesangslehrerin tätig.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika