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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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F | Flöck854 trauten und ständigen Begleiter Kaiser Josefs dem Zweiten. Zwischen Günther und E. F. entbrannte eine leidenschaftliche Liebe und sie lebten in wilder Ehe, die beide vor dem Kaiser geheim hielten. Auf Grund einer Intrige, einer polizeilichen Anzeige, die „Preußin“ E. F. hätte geheime Papiere aus Günthers Kanzlei nach Berlin befördert, wurden sie und Günther 1882 der Spionage für Preußen verdächtigt und des Landes verwiesen. Günther wurde nach Siebenbürgen versetzt, wo er später eine andere Frau heiratete. Erst nach Jahren kehrte die rehabilitierte E. F. wieder nach Wien zurück. Ihr Salon war bescheidener als der ihrer Schwägerin Cäcilie Eskeles oder von Fanny Arnstein, doch war er vor allem in intel- lektuellen Kreisen beliebt. Sie führte auch selbst einen literarischen Salon. L.: Gerstinger 2002, http://freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/, http://www.jmw.at/ de/ Flöck Carmella; Widerstandskämpferin Geb. Pradl, Tirol, 28.10.1898 Gest. Innsbruck, Tirol, 20. 12. 1982 Herkunft, Verwandtschaften: Uneheliche Tochter von Juliane Flöck, Näherin; ab 1922 Ziehschwester Rita Maffei. C. F. übernahm eine Art Mutterrolle für ihre Ziehschwester; streng katholisch und zur Vaterlandstreue erzogen. Ausbildungen: Volksschule, Bürgerschule und private Handelsschule der Ursulinen in Inns- bruck, die sie 1916 beendete. Laufbahn: C. F. wurde nach der Schule Bankangestellte, verlor diese Stelle aber 1923. Sie fand eine befristete Stelle bei der Innsbrucker Filiale einer Wiener Firma, nahm aber nach Schließung der Filiale das Angebot nicht an, nach Wien zu gehen, weil sie sich um ihre Familie, Mutter und Ziehschwester kümmern musste. 1926–1938 arbeitete sie im Katho- lischen Arbeitersekretariat. Das Büro gehörte dem Katholischen Arbeiter- und Angestell- tenverein Tirol. 1936 trat sie der Vaterländischen Front bei und war als Zellenleiterin aktiv. Durch den „Anschluss“ verlor C. F. Arbeitsplatz, Einkommen und politischen Bezugspunkt. Sie war nun bis zum Juni 1938 arbeitslos, trat dann aber eine Stelle im Büro eines bekann- ten Innsbrucker Architekten an, der schon vor dem „Anschluss“ ein illegaler Nazi gewesen war. Er nahm sie nur unter der Bedingung auf, dass sie der Deutschen Arbeitsfront (DAF) beitreten würde. C. F. weigerte sich allerdings weiterhin mit dem Hitlergruß zu grüßen oder bei Hitlerreden aufzustehen, weswegen sie und ihre Mutter einmal denunziert und von der Gestapo vorgeladen wurden. C. F. fand in christlichen Werten und der Befürwortung ei- nes eigenständigen Österreichs wesentliche Beweggründe für ihr Engagement gegen das NS-Regime. Ab 1939 fing sie mit einem alten Bekannten, Ing. August Skladal, der ein Elektrofachgeschäft gegenüber dem Arbeitersekretariat besaß, wieder an zu politisieren und unterstützte ihn beim Aufbau einer Widerstandsgruppe. Dieser Gruppe führte sie ihre zwei Cousins aus Wattens zu, die noch Waffen der Heimatwehr versteckt hielten. Sie fungierte als Kontaktperson zwischen der Wattenser und der Innsbrucker Gruppe, war jedoch nie bei den Besprechungen der Männer anwesend. 1942 flog die Gruppe in Wattens auf und auch F. wurde am 10. Oktober verhaftet. Sie wurde zuerst in der Gestapozentrale verhört und dann in das Landesgefangenenhaus eingeliefert. Dort lernte sie als Mitinsassin Adele Stürzl, eine Kufsteiner Kommunistin, kennen. Von dieser lernte sie Verhaltenstipps bei Gestapo-Ver-
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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