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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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Flöge | F 855 hören, und sich körperlich wie psychisch fit zu halten. Anfang Februar 1943 wurde sie ins Frauen-KZ Ravensbrück überstellt. C. F. überlebte, da sie im April 1945 sehr stark an Typhus erkrankte und bis zur Befreiung des KZs im Krankenlager war. Sie wurde von den Russen bis zur Genesung betreut, war aber gezwungen, bis Juli 1945 im Lager zu bleiben, da keine Möglichkeiten zur Heimreise bestanden. Im Juli ging sie mit ehemaligen Mithäftlingen nach Berlin, von wo aus sie mit Lastwagen, die die Wiener Sozialistin Rosa Jochmann organisiert hatte, abgeholt wurden und so nach Wien kamen. Ca. drei Wochen hielt sie sich dort auf, um dann am 12. August 1945 nach Innsbruck zu kommen. Hier zog sie wieder in ihre alte Wohnung und fand sofort eine Stelle als Sekretärin beim „Bund der politisch Verfolgten“. Sie half ehemaligen KZ-Häftlingen, eine Opferrente zu erhalten. Ab 1948 bekam sie eine Stelle als Landesbeamtin. Sie blieb bis zu ihrer Pensionierung Sekretärin des Landesrates Gamper. Ausz.: 1958 Ehrenzeichen des Landes Tirol für soziale Verdienste, 1961 Romfahrt mit Papstbesuch mit Landesrat Gamper. L.: Frauen in Innsbruck, Frömpter 2000, http://www.uibk.ac.at/geschichte/geschlechter-ge- schichte/stadtgeschichte/ Flöge Emilie (Louise); Modedesignerin und Unternehmerin Geb. Wien, 30. 8. 1874 Gest. Wien, 26. 5. 1952 Herkunft, Verwandtschaften: Jüngste Tochter von Barbara und Hermann Flöge (1837– 1897), erfolgreicher Unternehmer, Drechslermeister und Meerschaumpfeifenfabrikant; Bruder: Hermann; Schwestern: Pauline (1864–1917), Helene (1871–1936), verh. 1891 mit Ernst Klimt (1864–1892). LebenspartnerInnen, Kinder: Langjährige platonische (?) Beziehung zu Gustav Klimt, den sie 1891 kennengelernt hatte. Sie wurde mehrmals von ihm portraitiert, das berühmte Werk „Der Kuss“ soll sie beide darstellen. Die Sommer verbrachten beide gemeinsam in Attersee. Ausbildungen: E. F. erlernte den Beruf der Schneiderin. Laufbahn: Ihre erste Schneiderwerkstatt befand sich in Wien 7, Neubaugasse 7. Sie arbeitete auch in der von ihrer Schwester Pauline 1895 eröffneten Modeschule. 1899 gewannen die Flö- ge-Schwestern bei einem Modewettbewerb und entwarfen ein Batistkleid für eine Ausstellung. 1903/1904 eröffnete sie gemeinsam mit Pauline und Helene einen Mode salon in Wien. Der Modesalon „Schwestern Flöge“ im Haus Casa-Piccola, über dem Café Casa Piccola von Lina Loos’ Vater, Mariahilferstraße 1b, war von Josef Hoffmann im Jugendstil eingerichtet worden. Hier präsentierten sie an den Trend des Reformkleides angepasste, gleichzeitig modische Entwürfe, die der durch die Wiener Werkstätte etablierten Geschmackskultur entsprachen und teilweise auch von Gustav Klimt stammten, verkauften aber auch konventionelle Model- le. Der Modesalon entwickelte sich zum führenden Modetreffpunkt der Wiener Gesellschaft. In der Blütezeit beschäftigte sie bis zu 80 Schneiderinnen und Näherinnen. Zweimal jährlich besuchte sie die Modeschauen in Paris und London, um die neuesten Modelle einzukaufen, Stoffe mitzubringen und sich Ideen zu holen, die sie dann für ihre eigenen Kreationen und die Proportionen der Wiener Durchschnittskundin abwandelte. Nach dem „Anschluss“ 1938 verlor E. F. ihre wichtigste Kundschaft und musste den Salon schließen. Sie setzte ihre Arbeit in ihrem Wohnhaus in Wien 3, Ungargasse 39, wo sie im obersten Stockwerk wohnte, fort. In
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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