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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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Fogel | F 859 LebenspartnerInnen, Kinder: 1888 Heirat mit dem Komponisten Josef Bohuslav Foerster (1859 –1951), der 1903 bis 1918 als Kritiker und Lehrer in Wien tätig war. Danach erhielt er eine Stelle am Konservatorium seiner Heimatstadt, 1921 Professor für Komposition. Laufbahn: B. F.-L. debütierte 1887 am Prager Nationaltheater. Nach Tätigkeit in Wien und Hamburg, wohin sie 1893 von Gustav Mahler an die Hamburger Oper engagiert worden war, wurde sie 1901 Mitglied der Wiener Hofoper. Sie galt als eine der bedeutendsten Sän- gerinnen ihrer Zeit. L.: Beetz 1949, Eisenberg 1903, Kosch 1953ff, Nagl/Zeidler/Castle 1899 –1937, ÖBL, http:// www.bmlo.uni-muenchen.de/ Fogel Dvoyre, auch: Debora Vogel; Debora Vogel-Barenblüth; Schriftstellerin, Literatur- und Kunstkritikerin, Übersetzerin, Pädagogin und Philosophin Geb. Bursztyn, Galizien (Polen), 4. 1. 1900 Gest. Lemberg, Galizien (Lwiw, Ukraine), August 1942 Kurz nach D. F.s Geburt zog die Familie nach Lemberg um. Der Vater Anzelm Vogel war Hebraist und Beamter der jüdischen Gemeinde. Die Mutter Lea Vogel, geb. Ehrenpreis, war Lehrerin und Haushälterin des jüdischen Waisenhauses (Zborowska-Strasse 8). Ihre Aus- bildung begann V. als Privatistin am VIII. Knabengymnasium in Lemberg; in der 4. Klasse wechselte sie ins Städtische Mädchenrealgymasium der Königin Hedwig. Den Ersten Welt- krieg verbrachte V. mit ihrer Familie in Wien, wo sie am 12. 7. 1918 am deutschen Gymna- sium (Albertgasse 34) die Reifeprüfung bestand. 1919 kehrte V. nach Lemberg zurück und begann ihr Studium an der dortigen Philosophischen Fakultät der Jan-Kazimierz-Univer- sität. Sie besuchte Seminare zu Philosophie, Geschichte und polnischer Literatur. Zu jener Zeit (1919 –1921) war sie im Vorstand des galizischen Haschomer Hazair tätig. Im Juli 1926 wurde V. an der Jagiellonen-Universität in Krakau mit der Dissertation „Erkenntnis- bedeutung der Kunst bei Hegel und deren Modifikationen bei Józef Kremer“ zur Doktorin der Philosophie promoviert. V. verfügte über breite Sprachkenntnisse: Polnisch, Deutsch, Französisch, Hebräisch, Jiddisch und Latein. Im Oktober 1926 unternahm D. F. eine sechsmonatige Bildungsreise nach Berlin, Paris und Stockholm. Unterkunft fand sie bei jüdischen Intellektuellen auf Empfehlung ihres Onkels Marcus Ehrenpreis (1869–1954), seit 1914 Rabbi in Stockholm. Nach ihrer Rückkehr arbei- tete D. F. als Erzieherin im Waisenhaus an der Zborowska-Strasse. Von 1928 bis zumindest Ende 1939 unterrichtete sie Psychologie und Literatur am Hebräischen Lehrerseminar von Jakob Rottman in Lemberg. 1939 hielt sie dort Vorlesungen über jiddische Literatur, die u. a. Chone Shmeruk besuchte. Im August 1929 lernte D. F. in Zakopane den Maler und Dramatiker Stanisław Ignacy Witkiewicz (gen. Witkacy, 1885–1939) kennen. In dessen Atelier begegnete sie um 1930 dem Zeichner und Maler Bruno Schulz (1892–1942), mit dem sie bis zum Lebensende eine Freundschaft verband. In seinen ersten, heute verschollenen Briefen schickte Schulz an D. F. Fragmente seiner frühen Prosa. Sie erkannte den grossen literarischen Wert dieser Texte und trug wesentlich zur Veröffentlichung von Schulz’ „Zimtläden“ bei. Am 11. 10. 1931 heiratete V. in Lemberg den Architekten Ing. Szulim Barenblüth. Am 3. 5. 1936 gebar sie ihren Sohn Aszer Józef. Ende 1941 musste V. ins Lemberger Ghetto
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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