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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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Forneris | F 867 berger 2001). M. F. starb nach langer Krankheit am 15. 4. 1643. Ihr zweiter Gatte Cosme- rovius wurde später Hofbuchdrucker, führte schließlich einen der größten Betriebe der da- maligen Zeit und wurde in den Ritterstand erhoben. Er schloss eine zweite Ehe mit Anna Christina geb. Saher und starb 1774. L.: Durstmüller 1982, Hofmann-Weinberger 2001, Lang 1972, Mayer 1883 Edith Stumpf-Fischer Forneris Anna, geb. Hafner; Hausbedienstete, Köchin, Händlerin, Gastwirtin und Reiseschriftstellerin Geb. Schleichenfeld, Pfarre Himmelberg, Kärnten, 23. 2. 1783 (lt. eigenen Angaben am 15. 2. 1789) Gest. nach Mitte 1854 Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Thomas Hafner (vulgo Hoisl zu Schleichenfeld, geb. ca. 1746, gest. 28. 1. 1814); Mutter: Maria, geb. Wigele („Wigelin“, geb. 15. 3. 1753, gest. 27. 12. 1805). Geboren als viertes von fünf Kindern (4 Schwestern, 1 Bruder) einer relativ wohlhabenden Bauernfamilie. LebenspartnerInnen, Kinder: Heiratet in Saloniki (vermutlich 1810) den Inhaber eines Gasthofes in Smyrna, vermutlich namens Colombari oder Columbari (aus Treviso, gest. vermutlich 1816); 2. Ehe ebenfalls mit einem Italiener, um 1830 (Name des Ehemannes vermutlich Forneris, er gilt ab dem Winter 1843/44 als verschollen); beide Ehen waren Zweckehen, beide Männer waren Trunkenbolde. Ein Sohn (aus 1. Ehe), Franz Colombari (auch Columbari), geb. vermutlich Jänner 1814 (ev. auch November 1813). Ausbildungen: Besuch der Dorfschule; lernt Nähen und feine weibliche Arbeiten, später im Pfarrhof Kochen; im Kloster der Elisabethinen in Klagenfurt süße Bäckereien zu machen. Französischunterricht bei einem Baron in Triest, der sie heiraten und ihr eine entsprechende Erziehung zukommen lassen wollte; im Selbststudium bzw. durch tägliche Praxis lernte sie Italienisch, Englisch, Arabisch, Türkisch und Persisch. Laufbahn: Wissensdurst und Fernweh, aber auch das Gefühl heimatlicher Enge veran- lassten die Kärntnerin A. F. (geb. Hafner), ihr Heimatdorf zu verlassen. Sie geht zunächst in den „Dienst“ nach Klagenfurt, dann nach Laibach (Ljubljana), Triest, Malta und Sa- loniki. Sie lebt ab 1810 mit ihrem ersten Ehemann, einem Italiener, in Smyrna (Izmir), wo sie ein Gasthaus betreiben. 1819, drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes, möchte sie wieder in Klagenfurt Fuß fassen, dies misslingt. Sie versucht sich danach unter anderem als Gastwirtin und Köchin in Triest und Fiume, 1822 verlässt sie mit ihrem Sohn neuer- lich Österreich, erst 25 Jahre später sollte sie zurückkehren. Zunächst geht sie nach Korfu, dann nach Konstantinopel (Istanbul), wo sie sich selbständig macht und ein Gasthaus be- treibt. Ab 1829 bestreitet sie, zum Teil gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, ebenfalls einem Italiener, ihren Lebensunterhalt unter anderem als selbständige Unternehmerin und Händlerin in Georgien, Armenien und im nördlichen Persien. Ihr Dasein war nicht zuletzt von vielen Wechselfällen und Schicksalsschlägen, aber auch unterschiedlichsten Beschäftigungen geprägt, mit ihrem Mann unternahm sie etwa eine Blutegelexpedition zum Urmiasee, betrieb mit ihm einen „Trinkgarten“ samt Brauerei in Konstantinopel, sie handelte mit den unterschiedlichsten Waren, unterrichtete in Trabzon das Dienstperso-
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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