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Freud-Marlé906
neuerlich zu Reichtum gelangt und sie führten wiederum ein offenes Haus. Nach seinem
Tod konzentrierte sie sich auf ihre Kinder und Enkelkinder. Als sie 1929 ihr Vermögen ver-
lor, übernahm ihr Sohn ihre Lebenskosten. Noch mit 93 Jahren gab sie ein Radiointerview.
L.: Tögel 2004, Wedel 2010
Freud-Marlé Lilly; Schauspielerin und Rezitatorin
Geb. Wien, 22. 11. 1898
Gest. London, Großbritannien, 1. 8. 1970
Herkunft, Verwandtschaften: Nichte Sigmund Freuds; Tochter von Maria und Moritz Freud.
LebenspartnerInnen, Kinder: Das berühmte Lied „Lili Marleen“ von Hans Leip soll auf sie
zurückgehen. 1917 Heirat mit Arnold Marlé, Schauspieler und Theaterleiter; Kinder: Omri
Marlé (* 1919).
Ausbildungen: Besuchte das Stern-Konservatorium in Berlin. Schauspielausbildung am
Theater Otto Brahms in Berlin.
Laufbahn: Spielte unter anderem an den Münchner Kammerspielen. Nach einer kurzen
Bühnenlaufbahn feierte sie umjubelte Auftritte als Rezitatorin, zunächst in Hamburg und
auf Gastspielreisen. 1933 verließ sie mit ihrem Mann Deutschland. Sie war Mitglied des
Jeßber-Ensembles. Im September und Oktober 1933 Gastspiele in Großbritannien und in
den Niederlanden. Daneben war sie selbständige Vortragskünstlerin in den Niederlanden.
Danach ging sie in die CSR. War in Prag tätig. 1935 gestaltete sie einen Rilke-Abend, im
Mai 1935 rezitierte sie an der Kleinen Bühne des Neuen Deutschen Theaters Prag euro-
päische und asiatische Dichtkunst. 1935 auch Vortragstätigkeit in Mährisch-Ostrau. 1939
emigrierte sie nach Großbritannien und eröffnete zusammen mit ihrem Mann in London
eine Schule für Stimmbildung und Sprach-Therapie. Nach 1945 Rezitationsabende mit
Texten unter anderem von Hans Christian Andersen an den Universitäten in Hamburg,
Berlin, Kopenhagen und Jerusalem.
W.: „Mein Onkel Sigmund Freud. Erinnerungen an eine große Familie“ (2006)
L.: Tögel 2006, Trapp/Mittenzwei 1999, Weissweiler 2006, http://www.perlentaucher.de/autoren/
Freudenfeld Paula, geb. Reif; Pharmazeutin
Geb. Wien, 1893
Gest. Wien, 1973
LebenspartnerInnen, Kinder: P. F. heiratete 1915 Arthur Freudenfeld. Seit 1908 besaß Art-
hur Freudenfeld die Konzession der Apotheke „Zum hl. Leopold“ in Wien 18., Gersthofer-
straße 6. Das Paar hatte eine Tochter (* 1916).
Ausbildungen: Sponsion 23. 7. 1918. Promotion zum Dr.phil. 2. 4. 1924.
Laufbahn: Im Mai 1916 kam ihre Tochter zur Welt und am 18. 9. 1916 legte sie die Tiro-
zinalprüfung ab. Am 23. 7. 1918 fand ihre Sponsion statt. „Frau Paula Freudenfeld, Gattin
des Herrn Apothekers Arthur Freudenfeld [ … ] ist nun als Mitarbeiterin in der Apothe-
ke ihres Mannes tätig, nachdem sie daselbst auch die Praxis absolviert hatte und während
ihrer Hochschulstudien aushilfsweise tätig war. Unseres Wissens ist es das erste Mal, daß
ein derartiger Fall eintritt“, berichtete die Pharmazeutische Post. Am 2. 4. 1924 promovierte
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika