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an den Ortsgruppenleiter geschrieben, der eine „Reihe beleidigender Äußerungen gegen
die NSDAP im allgemeinen, gegen die Person des Führers, des Reichsmarschalls Göring,
des Gauleiters und Reichsstatthalters Hofer und des Ortsgruppenleiters Hanel“ enthielt.
Obwohl das Gericht vermutete, dass A. F. den Brief nicht aus eigenem Antrieb, sondern
im Auftrag einer anderen Person geschrieben hat, wird sie zu sechs Monaten Haft verur-
teilt. Als Milderungsgrund wird ferner ihre Jugend angesehen. Die politische Beurteilung
des Gaupersonalamtsleiters der Gauleitung der NSDAP Tirol-Vorarlberg attestiert A. F. vor
dem Umbruch klerikal eingestellt gewesen zu sein und dem Nationalsozialismus gegnerisch
gegenüberzustehen. Ihre politische Zuverlässigkeit sei nicht gegeben.
Qu.: DÖW 12276.
L.: Dokumentationsarchiv 1984b Karin Nusko
Friedl Josefine, geb. Temper; Politikerin
Geb. Maria Taferl, NÖ, 9. 8. 1886
Gest. 1967
LebenspartnerInnen, Kinder: Mutter von zwei Kindern. In zweiter Ehe mit dem Buchdru-
cker Ferdinand Friedl verheiratet.
Laufbahn: In Niederösterreich aufgewachsen, kam J. F. 1905 nach Innsbruck. Von 1925 bis
1933 war sie sozialdemokratische Gemeinderätin in Innsbruck. In dieser Zeit nahm sie 1926
an der ersten Frauenzentralschule im Wiener Theresienschlössl teil, einem dreiwöchigen
Schulungsprogramm für Sozialdemokratinnen. Sie war in der Innsbrucker Frauenorganisation
der Sozialdemokratinnen und ab 1929 Mitglied des Frauenlandeskomitees Tirol der Sozial-
demokratischen Arbeiterpartei Österreichs. J. F. war Mitarbeiterin und Funktionärin weiterer so-
zialdemokratischer Vereine. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie bei der Volkshilfe angestellt.
L.: Bibermann 2003, Frauen in Innsbruck, http://www.fraueninbewegung.onb.ac.at/, http://
www.innsbruck.at/…/Frauenlexikon/
Friedländer Camilla, Edle von Malheim; Malerin und Ordensfrau
Geb. Wien, 10. 12. 1856
Gest. Wien, 3. 10. 1928 (1926)
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Friedrich von Friedländer (1825–1901), Maler; Schwes-
tern: Hedwig (1863 –1945), Johanna, Marie; Brüder: Alfred, Friedrich.
Ausbildungen: Ausbildung bei ihrem Vater, der vor allem militärische Gegenstände abbilde-
te und Portraits anfertigte. Weitere Studien in Paris.
Laufbahn: Malte Stillleben, bevorzugt Kirchen und Hausgeräte, sowie Antiquitäten und
tote Tiere. Reisen führten sie u. a. nach Italien und Paris. Seit 1882 Beteiligung an Aus-
stellungen. Ihr Ölbild „Orientalische Gegenstände“, ausgestellt auf der 20. Ausstellung des
Künstlerhauses, wurde vom Kaiser gekauft. Trat 1901 ins Kloster der Salesianerinnen in
Wien ein und gab die Malerei auf.
Biograph. Mitteilungen, Hinweise: Judaica-Archiv/ÖNB.
L.: Czeike 1993, Czeike Bd. 2 2004, Die Frau im Korsett 1984, Eisenberg 1891, Wininger
1927, http://www.kunstmarkt.com/, http://www.jewishencyclopedia.com/
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika