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Friedmann920
verschiedenen Spitälern (u. a. im Lebanon Hospital, Einzel- und Gruppentherapeutin am
Women’s House of Detension, Psychologin in der Veterans Administration, Mitarbeiterin
im Diagnostic Center in Menlo Park in New Jersey, Gruppentherapeutin am Kings County
Hospital und im Harlem Valley State Hospital, 1969 Principle Psychologist in New Jersey,
Arbeit am State Hospital in Greystone Park) und in eigener Praxis.
Mitglsch.: Individual Psychology Association, New York.
W. u. a.: „Nietzsche, der Mensch. Ein individualpsychologischer Versuch. In: Internationale
Zeitschrift für Individualpsychologie (IZI) 2/3“ (1924), „Lieblosigkeit der Mutter. In: IZI 6“
(1928), „Warum glauben Sie, daß ihr Kind sich bessert, wenn Sie es schlagen? Erziehungs-
merkblatt. In: IZI 8“ (1930), „Kindertypen in individualpsychologischer Heimerziehung. In:
IZI 9“ (1931), „Gemeinsames Phantasieren und Dauerspiele im Geschwisterkreis. In: IZI
11“ (1933), „Das Frauenproblem der Gegenwart. In: IZI 14“ (1936), „Die Kunst der in-
dividualpsychologischen Pädagogik. In: IZI 15“ (1937), „Some perspectives on Individual
Psychology in our times. In: Individual Psychology Bulletin (IPB) 6/1–2“ (1947). „Early
childhood memories of mental patients, a preliminary report. In: IPB 8/3 – 4“ (1950), „Be-
havior training in a case of enuresis. In: JIP 24/1“ (1968)
L.: Adler 1959, Geuter 1986/87, Handlbauer 1984, Handbauer 1987, Kenner 2002, Kenner
2007, Mühlleitner/Reichmayr 1994, Müller 1996, Wikipedia
Friedmann Amalia, Amalie, „Maltschi“; Pädiatrin, Gynäkologin und Dermatologin
Geb. Mährisch-Weißkirchen, Mähren (Hranice, Tschechien), 1877
Gest. 1931
Ausbildungen: Studium der Medizin in Wien, Promotion am 21. 12. 1904.
Laufbahn: Fachärztin für Kinder- und Frauenkrankheiten, Hautkrankheiten und Syphilis.
Ab 1929 war sie auch nebenamtliche, städtische Schulärztin. Ihre Wohnung in der Tabor-
straße, die sie mit ihren beiden Schwestern teilte, war zugleich Kassenpraxis und feministi-
sche Wohngemeinschaft. (List 2006, S. 154). Sie war ein führendes Mitglied der sozialisti-
schen Frauenbewegung (Reichspost, 19. 7. 1929) und eine streitbare Sozialdemokratin, die
sich leidenschaftlich mit christlichsozialen Politikern im Stadtschulrat anlegte. A. F. wurde
anlässlich der Republiksfeiern von 1928 beim Stadtbezirksgericht 1 wegen Wachebeleidi-
gung angeklagt. Sie hatte sich in Begleitung der Bezirksschulinspektorin Marie Reschek
an einem Demonstrationszug von der Leopoldstadt in die Innere Stadt beteiligt. Bei der
Johannesgasse wird Marie Reschek von einem Wachmann mit einem Gummiknüppel ge-
schlagen, worauf A. F. mehrmals laut „Schämen Sie sich“ gerufen haben soll. Sie wird mit
der Begründung, „dass eine Kritik an dem Vorgehen eines Wachmannes in beleidigender
Form überhaupt unzulässig sei“, zu einer Geldstrafe von 50 Schilling oder 48 Stunden Arrest
verurteilt. (Aus dem Gerichtssaal, Reichspost, 19. 7. 1929.) Enge Freundin von Margarethe
Hilferding-Hönigsberg, mit der sie zu den ersten zehn regulären Medizinstudentinnen an
der Universität Wien gehörte.
Qu.: Tagblattarchiv (Personenmappe).
L.: List 2006, Kogler 2007, Niedergelassene Ärztinnen 1910, Sablik 2000, Aus dem Gerichts-
saal. In: RP 19. 7. 1929
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika