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Friedmann | F 921
Friedmann Bronislava, geb. Landesberg, auch: Bronislawa; Pharmazeutin
Geb. Brody, Galizien (Ukraine), 17. 6. 1895
Gest. ?
LebenspartnerInnen, Kinder: B. F. heiratete 1921 Nathaniel Friedmann (* 1894, Olchowicz,
Polen), der 1932 in ihrer Apotheke seine Apothekenpraxis begann. Nach Auskunft der IKG
vom 26. September 2005 war er Student der Philosophie.
Ausbildungen: Sponsion 24. 7. 1918 zur Magistra der Pharmazie.
Laufbahn: B. F. flüchtete zu Beginn des 1. Weltkriegs aus Tarnopol nach Wien. Hier legte sie
am 18. 9. 1916 in Wien die Tirozinalprüfung ab und am 24. 7. 1918 die Sponsion zur Magistra
der Pharmazie. Nach ihrer Sponsion arbeitete sie in der Apotheke „Zum Kronprinz Rudolf“
in Wien 1., Rudolfsplatz 5. Seit 1929 war sie gemeinsam mit Mr. Wilhelm Szapu Gesell-
schafterin, 1931 wurde ihr die Konzession und Leitung der Apotheke übertragen. 1939 ging
sie nach Venezuela ins Exil. Die Apotheke befand sich im Besitz der Israelitischen Kultusge-
meinde Wien (IKG), Mr. B. F. und Mr. Wilhelm Szapu besaßen das lebenslange Fruchtge-
nussrecht an der Apotheke. Die Apotheke wurde jedoch arisiert. Nach längerem Verfahren
verzichtete B. F. 1951 zu Gunsten von Mr. Wilhelm Szapu auf ihren Anspruch auf die Kon-
zession. So konnte gewährleistet werden, dass die Apotheke im Rückstellungsvergleich nicht
nur wieder Besitz des IKG wurde, sondern auch eine Konzession zur Verfügung stand.
L.: Duizend-Jensen 2004, Fritsch 2007
Friedmann Friederike; Individualpsychologin und Pädagogin
Geb. Mährisch-Weißkirchen, Mähren (Hranice, Tschechien), 31. 3. 1882
Gest. Wien, 7. 11. 1968
Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Lotte; Vater: Aron Friedmann, Rabbi; ca. 1890 zog
die Familie nach Wien.
Ausbildungen: Studium der Naturwissenschaften (Physik) an der Universität Wien, 1913 Dr.phil.
Laufbahn: Ab 1910 (Kenner 1918) Mitglied der SDAP, zuletzt stellvertretende Sektions-
leiterin und Fürsorgerätin in Wien, seit 1919 Lehrerin, 1925–1934 Bürgerschuldirektorin
(Hauptschule), 1934 Verhaftung, August 1934 Zwangspensionierung, 1938 erneut verhaf-
tet, März 1939 Aberkennung der Pension; vermutlich Ende 1939 nach Haftentlassung nach
Großbritannien, in London Tätigkeit als Lehrerin, Zusammenarbeit mit dem „Londoner
Büro der österreichischen Sozialisten in Großbritannien“; 1946 Rückkehr nach Wien, ab Ok-
tober 1946 in Wien als Leiterin der Fachinspektion des Englischunterrichts an Hauptschulen,
Mitglied der SPÖ; 1951 Pensionierung, 1952 Ernennung zum Schulrat, 1953 – 61 Präsiden-
tin des „Vereins für Individualpsychologie“, Leiterin mehrerer Erziehungsberatungsstellen in
Wien. War Mitarbeiterin Alfred Adlers. Vertreterin der Reformpädagogik Otto Glöckels;
Individualpsychologin auf praktischer und organisatorischer Ebene. In letzterer Funktion
war sie nach 1945 um die Wiedererrichtung des Individualpsychologischen Vereins bemüht,
ebenso bekleidete F. F. Funktionen im internationalen Verein der Individualpsychologen.
Mitglsch.: „Bund sozialistischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus“, SDAP-Mitglied.
Qu.: IfZ München; Tagblattarchiv (Personenmappe).
W.: Mitverfasserin: „Lexikon der Erziehung“ (1956)
L.: BLÖF, Handlbauer 2000, Kenner 2007, ÖNB 2002, Röder/Strauss1980 –1983
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 1, A – H
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1422
- Kategorie
- Lexika