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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Seite - 1406 -
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H | Hug-Hellmuth1406 Qu.: Schriftliche Mitteilungen von Gabriele Christian-Noever, Ur-Ur-Urenkelin der F. H., die sich auf den Familienstammbaum und andere Schriftstücke in Familienbesitz stützte. L.: Durstmüller 1982, Durstmüller 1985 Edith Stumpf-Fischer Hug-Hellmuth Hermine, geb. Edle von Hugenstein Hug; Kinderpsychoanalytikerin und Heilpädagogin Geb. Wien, 31. 8. 1871 Gest. Wien, 9. 9. 1924 Herkunft, Verwandtschaften: Zweites Mädchen einer österreichischen adeligen Offiziers- familie; Vater: Hugo Hug, Ritter von Hugenstein († 1898), Hauptmann; Mutter: Ludowica, geb. Leiner († 1883); eine Tante versorgte die Familie nach dem frühen Tod der Mutter. Das Vermögen der Familie ging durch die Krise 1873 verloren. 1915 Tod der Schwester, Verant- wortung für deren Sohn Rolf, der aber nur zeitweise bei ihr lebte, zunehmende Schwierig- keiten mit Rolf, 1919 wird Isidor Sadger dessen vierter Vormund. Ausbildungen: Privatunterricht durch die Mutter, ca. 1882–1886 Lyzeum, Lehrerinnenaus- bildung; Philosophiestudium an der Universität Wien, 1908 (1909) Promotion; ab 1906 Analyse bei Isidor Sadger, Arzt, Fortsetzung der Analyse in Form dauerhafter Beratung, psychoanalytischer Begleitung und persönlicher Freundschaft. Laufbahn: Nach der Lehrerinnenausbildung Unterricht an einer Städtischen Volksschule; ab 1906 Mitglied der Psychologischen Mittwoch-Gesellschaft, Analysandin von Isidor Sad- ger; 1910 Pensionierung vom Lehrerinnen-Beruf, ab 1911 kinderanalytische Publikationen, ab 1913 Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung; ab 1919 Arbeit in der heil- pädagogischen Abteilung der Wiener Kinderklinik; führte Analysen durch. 1923 Leitung der Erziehungsberatungsstelle des Psychoanalytischen Ambulatoriums. Redakteurin einer Kolumne der Zeitschrift „Imago“, ständige Mitarbeiterin der „Internationalen Zeitschrift für ärztliche Psychoanalyse“. International bekannt wurde H. H.-H. durch das „Tagebuch eines halbwüchsigen Mäd- chens von 11–14,5 Jahren“, Gesamtauflage 10.000 Exemplare, enthusiastisch eingeführt von Sigmund Freud. Diskussion um die Authentizität des Tagebuchs und die Autorschaft nach ihrem Tod. S. Freud zog das „Tagebuch“ 1927 aus dem Buchhandel zurück. Galt zwischen 1913 und 1922 als Pionierin der Kinderanalyse, die erstmals das Spielen systematisch the- rapeutisch nutzte, ihre Leistungen wurden jedoch in späteren Darstellungen kaum erwähnt. Sie erschien als wenig authentische Analytikerin aus der Vor-Zeit der Kinderanalyse, letzt- lich selbst schuld an dem Tod durch den Neffen. In diesem Zusammenhang wurde die Problematik des Einsatzes psychoanalytischer Theorien in die direkte Auseinandersetzung mit Schutzbefohlenen ebenso öffentlich diskutiert wie die Bedeutung der Publikation eines eigenen Kindertagebuchs. Qu.: Tagblattarchiv (Personenmappe). W.: „Untersuchungen über die physikalischen und chemischen Eigenschaften der radio- aktiven Niederschläge an der Anode und Kathode. Diss. Wien“ (1908), „Tagebuch eines halbwüchsigen Mädchens“ (1919), „Analyse eines Traumes eines fünfeinhalb jährigen Kna- ben. Zentralblatt 2“ (1911), „Über Farbenhören. Ein Versuch, das Phänomen aufgrund
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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