Seite - 1519 - in biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Bild der Seite - 1519 -
Text der Seite - 1519 -
J |
Jörgl1518
1538 von Martin Luther und Philipp Melanchthon dem Bürgermeister und Rat der Stadt
Amberg in der Oberpfalz als Prädikant empfohlen wurde und sein Leben als Superinten-
dent von Orlamünde 1578, von der Pest dahingerafft, beschloss. Zuvor, im Juni 1537, wurde
er von Luther seiner Gönnerin zum Dienst nach Köppach entsandt.
Die Erbteilung lastete schwer ob der Uneinigkeit ihrer Söhne auf D.; 1525 hatten die Ver-
handlungen darüber begonnen und fanden erst Ende 1563 ihren Abschluss. Da war D. als
auch einer der drei Söhne, Hans, nicht mehr unter den Lebenden. D. wollte auch ihre
Töchter, die bereits einen Erbverzicht geleistet hatten, mit einem Anteil bedenken, wovon
aber die Söhne nichts wissen wollten. In dieser Angelegenheit wollte sie größtmögliche
Sorgfalt angewendet wissen und suchte auch Rat bei Martin Luther. Letztlich gingen die
Töchter doch leer aus, nur am Gut Sinzing bekamen sie einen Anteil, den sie ihrem Bruder
Christoph verkauften.
Ihr 1535 verfasstes Testament, in dem sie ihren Nachkommen das Festhalten am Evangeli-
um besonders nahe legt, zeugt durch ihre Wortwahl auch davon, wie sehr sie sich den Geist
der reformatorischen Lehre vertraut gemacht hatte. Den von ihr vorgezeichneten Weg, die
neue Religion direkt aus der Quelle kennen zu lernen, gingen auch drei ihrer Enkelsöhne.
Helmhard hielt sich 1539 am Hof des sächsischen Kurfürsten Johann († 1554) auf, und
Abraham und Ladislaus sind 1542 in Wittenberg immatrikuliert, wo sie von Martin Luther
dem bedeutenden lutherischen Theologen Georg Major (1504 –1574) anvertraut wurden.
Auf ihren Witwensitz in Köppach bei Vöcklabruck ist sie am 4. Juni 1556 gestorben und
wurde wohl in der Kirche von Sankt Georgen bei Grießkirchen begraben, wo sich ihr Epi-
taph befindet. D. ist dargestellt an der Seite ihres Mannes: Wolfgang wird in Ritterrüstung
präsentiert, sie trägt am Kopf eine Haube mit Kinnbinde und über dem Kleid einen Mantel;
in der Hand hält sie, wohl als Ausdruck ihrer Frömmigkeit, eine Paternosterschnur (Rosen-
kranz) (Abb. Wurm, nach 64, Detailausschnitt: Darstellung von D.).
L.: Arnold 1998, Aubel 2008, Keller/Keller 2010, Leeb 2004, Leeb 2010, Oppitz 1997, Rein-
grabner 1996, Schwämmlein 1988, Tersch 1998a, Weigel 1938, Wurm 1955
Ingrid Roitner
Jörgl Sophie, Jörgel; Versicherungsangestellte und Widerstandskämpferin
Geb. 7. 5. 1918
Herkunft, Verwandtschaften: Aus christlichsozialer Familie. Bruder: Johann Jörgl, Wider-
standskämpfer.
Ausbildungen: Volksschule, Berufsangabe: Angestellte und Dienstmädchen (lt. Datenbank
VGH, DÖW).
Laufbahn: Angehörige der konservativen „Antifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs
(AFOe)“. S. J. wurde am 24. 6. 1943 an ihrem Arbeitsplatz verhaftet und von der Gestapo
misshandelt. Gemeinsam mit 12 weiteren Personen, darunter der Franziskaner P. Capistran
Pieller, wurde sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und vom Volksgerichtshof
in Berlin in der Verhandlung vom 9. u. 11. 8. 1944 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. S. J.
wurde als Schreibkraft in der Kanzlei der Gestapo eingesetzt und konnte so einen Kassiber
aus dem Gefängnis schmuggeln, in dem sie Mitwisser mit wichtigen Informationen versorg-
te. Ihrer Familie und Paula Krumpl blieb so eine Verhaftung erspart. Vor Gericht bestritt sie
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 2, I – O
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1026
- Kategorie
- Lexika