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Juda1522
Theodore Thomas Opera Company. E. J. gründete 1889 die Emma Juch English Grand Opera
Company und ging auf Tourneen durch die USA, Mexiko und Kanada. Sie sang 1891 auch
in Konzerten und bei Musikfestspielen und zog sich 1894, nach dem New Yorker Sängerfest
und ihrer Hochzeit, von der Bühne zurück. Hauptrollen: Königin der Nacht, Elsa, Senta u. a.
L.: Ewen 1955, Keckeis/Olschak 1953/54, ÖBL, Thompson 1952, Who was Who in Ame-
rica 1943, Wikipedia
Juda Adele; Neurologin und Psychiaterin
Geb. München, Deutsches Reich (Deutschland), 9. 3. 1888
Gest. Innsbruck, Tirol, 31. 10. 1949
Herkunft, Verwandtschaften: Tochter von Maria Juda, geb. Widmann (1866 –1925) und
des Grafikers und Druckereidirektors Karl Juda (1858 –1935). 1910 übersiedelte die Familie
nach Innsbruck.
LebenspartnerInnen, Kinder: A. J. soll sich kurz vor dem 1. Weltkrieg verlobt haben. Weder
die Identität des Mannes, angeblich ein höherrangiger Militär-Angehöriger, noch der Tren-
nungsgrund sind überliefert.
Ausbildungen: Besuchte eine Privat- und Mittelschule in Prag, spielte seit frühester Jugend
Klavier und erhielt wie ihre Schwester Nina eine klassische musikalische Ausbildung. Das
Berufsziel Konzertpianistin musste sie aufgrund gesundheitlicher Probleme (Schmerzen im
Handgelenk) aufgeben. Ihre Krankheit führte jedoch zu einem ersten Kontakt mit der Psy-
chiatrie. Studierte ab 1922 an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität Humanme-
dizin, ärztliche Vorprüfung 1923 an der Universität Innsbruck, Praktikantin an der Psychia-
trischen Polyklinik in München (Emil Kraepelin) und der Nervenklinik in Innsbruck (Karl
Mayer), Abschluss des Studiums 1927. Am 22. 4. 1929 mit der Arbeit „Zum Problem der
empirischen Erbprognosebestimmung. Über die Erkrankungsaussichten der Enkel Schizo-
phrener.“ zum Dr.med. promoviert.
Laufbahn: A. J. führte ihre neurologischen und psychiatrischen Forschungen zunächst (ab
1926) an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Basel als Schülerin und Assistentin des
Psychiaters E. Rüdin und dann (ab 1928) an der Deutschen Forschungsanstalt für Psych-
iatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut) in München durch. Ihr Schwerpunkt lag auf der Erbfor-
schung hereditären Schwachsinns und Vererbung von Höchstbegabung, die sich auf beinahe
alle bedeutenden Dichter, Maler, Bildhauer und Forscher des deutschen Sprachraumes der
letzten Jahrhunderte erstreckte und ihre gesamten Sippen und Nachkommen erfasste. In
diesem Zusammenhang betrieb sie u. a. Zwillingsforschung. Ein weiteres Forschungsgebiet
war Erbprognostik im Zusammenhang mit Schizophrenieforschung. Während des National-
sozialismus erhielt A. J., die seit 1939 ihren Hauptwohnsitz nach Innsbruck gemeldet hatte,
Vortragsverbot. Nach 1945 bewarb sich A. J. um eine unbezahlte Assistentenstelle bei Prof.
Hubert Urban, Vorstand der Innsbrucker neurologisch-psychiatrischen Universitätsklinik
und war in der Jugendfürsorge aktiv. Sie beschäftigte sich mit Familienbiologie und Geistes-
krankennachsorge. Sie gründete mit Kollegen die „Zentralstelle für Familienbiologie und So-
zialpsychiatrie“ und führte eine kleine Praxis als „Fachärztin für Nerven- und Gemütsleiden“.
W. u. a.: „Die Erbprognose der Schizophrenie. In: Z. für Neurol.“ (1928), „Zur Erbprognose
des Schwachsinns. Ebd.“ (1934, 1935), „Zur Erbprognose des Schwachsinns. In: Psychiatr.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 2, I – O
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1026
- Kategorie
- Lexika