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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
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Jursa | J 1529 Ausz., Mitglsch.: 1961 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, 1967 Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1968 Ehrenring der Wiener Staatsoper, 1971 Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper. 2006 wurde von den Freunden der Wiener Staatsoper, deren erstes Ehrenmitglied sie war, der Sena Jurinac-Ring für „Menschendarsteller“ als Auszeichnung ins Leben gerufen. Die ersten TrägerInnen die- ser Auszeichnung sind Elīna Garanča und Placido Domingo. L.: BLÖF, Tamussino 1971, Teichl 1951, Wer ist Wer in Österreich 1953, NWTZ 6. 6. 1954, Sena Jurinac wieder zu Hause. In: Der Abend 10. 3. 1956, Wikipedia, www.aeiou.at Jursa Hermine, geb. Nierlich, gesch. Huber, Deckname „Roserl“; Arbeiterin, Parteifunktionärin und Widerstandskämpferin Geb. Wien, 29. 12. 1912 Gest. Wien, 12. 2. 2000 H. J. wird in armen Verhältnissen in Wien als Tochter einer Hausgehilfin geboren. Nach dem Tod ihrer Mutter wird sie bei Pflegeeltern im Waldviertel untergebracht. Sie arbeitet in einer Strumpffabrik, da „Mädchen nichts zu lernen haben“, wie ihr von den Pflegeeltern versichert wird. 1929 übersiedelt sie nach Wien und arbeitet als Wäscherin und Dienstmädchen. 1934 heiratet sie den Fleischhauer Ottokar Huber und ist bis zu ih- rer Verhaftung 1939 glücklich verheiratet, während sie allerdings in Ravensbrück interniert ist, lässt sich Ottokar scheiden. Durch ihre Nachbarn kommt sie mit politischen Ideen in Kontakt und ist ab 1936 im Rahmen einer kommunistischen Widerstandsgruppe an ver- schiedenen illegalen Aktionen beteiligt. Sie verteilt Flugschriften und bemalt Wände mit Parolen, die sowohl gegen das austrofaschistische Regime als auch gegen die nationalsozi- alistische Partei gerichtet sind. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme setzt sie ihre Widerstandstätigkeit fort. Sie ist als „Postfrau“ tätig wobei sie Nachrichten zwischen den verschiedenen KPÖ-FunktionärInnen übermittelt und stellt ihre Wohnung für Schu- lungen und Vorträge der KPÖ zur Verfügung. Weiters ist sie auch mit der Vervielfältigung und Verteilung von illegaler Literatur betraut. H. J. wird im Zuge einer von der Gestapo durchgeführten Verhaftungswelle am 25. August 1939 verhaftet, im Jänner 1942 zu zwei- einhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und in das KZ-Ravensbrück deportiert. Dort besorgt ihr Rosa Jochmann Arbeit in der Effektenkammer, später wird sie der Handwerkskolonne von Hanna Sturm, der sogenannten „Sturmkolonne“, zugeteilt. Die Mitarbeiterinnen die- ser Handwerkskolonne werden im gesamten Lager eingesetzt und haben so die Möglich- keit, anderen Insassinnen zu helfen, indem sie Nachrichten übermitteln und Lebensmittel schmuggeln, die sie den Bedürftigsten im Lager zukommen lassen. Die „Sturmkolonne“ übernimmt auch kleinere Reparaturen für die Häftlinge. Eine Hilfeleistung, die von der Lagerleitung streng verboten war und die Todesstrafe nach sich ziehen konnte. H. J. ist auch in dem von der kommunistischen Widerstands- und Spanienkämpferin Mela Ernst Anfang 1944 gegründeten illegalen Widerstandskomitee tätig, das sich zur Aufgabe gestellt hat, das Leben von Gefangenen zu erleichtern und sie vor der Vernichtung zu bewahren. H. J. ist an der Rettungsaktion für Gerti Schindel und Edith Rosenblüth (Wexberg) beteiligt. Die bei- den Frauen können unter falschen Namen und Häftlingsnummern mit einem Rot-Kreuz
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
2, I – O
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1026
Kategorie
Lexika
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