Seite - 1547 - in biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Bild der Seite - 1547 -
Text der Seite - 1547 -
K |
Kallina1546
Kallina Anna, verh. Witrofsky; Schauspielerin
Geb. Wien, 31. 3. 1874
Gest. Wien, 4. 1. 1948 (4. 4. )
LebenspartnerInnen, Kinder: 1906 Heirat mit Dr. Egon Witrofsky, Rechtsanwalt.
Laufbahn: A. K. spielte seit 1879 in Kinderrollen am Burgtheater, seit 1888 Mitglied, spiel-
te unter 15 Direktoren unzählige Rollen der klassischen und modernen Literatur. 1933 in
Pension. Ab Anfang der 1920er Jahre übernimmt sie auch verschiedene Filmrollen. „Schla-
ger-Mizzi“ (Liebelei), Hauptrollen: Hanne Scheel (Fuhrmann Henschel), Frau Wolf (Bi-
berpelz), Viola (Was ihr wollt), Volumnia (Coriolanus), Regentin (Egmont), Gertrude
(Hamlet), Judith (Uriel Acosta), Julia, Hero, Emilia Galotti, Braut von Messina, Melitta,
Calpurnia (Julius Cäsar).
Ausz., Mitglsch.: 1896 Hofschauspielerin und Ehrenmitglied, 1929 Goldenes Ehrenzeichen
der Republik, 1934 Prof.
Qu.: Tagblattarchiv/AK (Personenmappe).
L.: Bundestheaterverwaltung 1954, Czeike Bd. 3 2004, Eisenberg 1903, Flüggen 1892, ÖBL,
WZ 6. 1. 1948
Kallina-Werner Elisabeth, geb. Witrofsky, Ortner-Kallina; Schauspielerin
Geb. Payerbach-Reichenau, NÖ, 15. 8. 1910
Gest. Wien, 2. 9. 2004
Herkunft, Verwandtschaften: Tochter von Schauspielerin Anna Kallina, verh. Witrofsky
und Egon Witrofsky, Rechtsanwalt.
LebenspartnerInnen, Kinder: Erste Ehe 1930 mit dem Erfolgsdramatiker Hermann Heinz
Ortner (1895–1956), später NSDAP-Mitglied, geschieden. Er stand unter dem Nationalso-
zialismus auf dem Höhepunkt seines Erfolges. 1944 folgte die Heirat mit dem Schauspieler-
kollegen Oskar Werner (1922–1984). In den letzten Kriegstagen desertierte Oskar Werner,
der später in Filmen immer wieder das „andere Deutschland“ („Decision Before Dawn“,
„Der letzte Akt“, „Ship of Fools“) verkörperte, und versteckte sich mit E. K.-W. und der
kleinen Tochter Eleonore (* 1944) im Wienerwald. Das Paar trennte sich Ende der 1940er
Jahre und ließ sich später scheiden. Die Tochter wurde Violinistin.
Ausbildungen: Lyzeum, Sprachschule, dramatischer Unterricht, Universität, Lehrer: Arndt
und G. Terramare.
Laufbahn: E. K.-W. war Kammerschauspielerin und Burgschauspielerin. Bereits mit 17 Jah-
ren tritt sie als Johanna in „Jungfrau von Orleans“ bei den Schotten-Klosterspielen (künstl.
Leitung: G. Terramare) auf. 1928 wird sie von Direktor Herterich ans Wiener Burgtheater
engagiert, wo sie im Laufe der Jahre weit über hundert verschiedene Rollen verkörpern
sollte, alle großen Frauenrollen der Weltliteratur, darunter zahlreiche große Charakterrol-
len. Nach 1938 konnte E. K.-W., trotz ihrer „nichtarischen Abstammung“ (sie war nach
nationalsozialistischer Definition „Halbjüdin“), aufgrund einer Sonderregelung bleiben, bis
„Ersatz beschaffen“ sei. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes gelang dem Schau-
spielerpaar Kallina-Werner ein großartiges Comeback. Nach 1945 verkörperte sie vor allem
gereiftere Figuren und Mütter.
Ausz.: Titel Kammerschauspielerin, Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 2, I – O
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1026
- Kategorie
- Lexika