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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
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K | Kallir1548 Zu ihrer Philosophie als Sozialarbeiterin meinte sie: „Ich hab menschliche Monokulturen noch nie gemocht, die find ich genauso langweilig wie landwirtschaftliche Monokultu- ren, Knabenpensionate oder Mädchenpensionate, oder Altersheime, alles, wo Leute von nur einer Art sind. [ …] Ich bin später draufgekommen, dass das für viele Menschen auch sehr bedrohlich ist, ‚fließende Grenzen’. Man wird ziemlich angefeindet, wenn man starre Grenzziehungen in Frage stellt. Das macht Angst, deshalb gibt es auch dieses übertriebene ‚Man-muss-sich-abgrenzen’ in der Sozialarbeit. Es ist da auch die Angst dahinter, ich möch- te nicht so sein, wie die, mit denen ich arbeite.“ E. M. K. kann sich noch lebhaft an den Bürgerkrieg im Februar 1934, an den Naziputsch und die Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß im Juli 1934 erinnern. Auch der „Anschluss“ und der Einmarsch der deutschen Truppen im März 1938, und die folgenden Monate blie- ben in ihrer Erinnerung sehr lebendig. L.: Malleier 2005c, Erfasste Steuersteckbriefe: http://home.arcor.de/kerstinwolf/wien1, http://www.globart.at/de/kontakt/CVevamariekallir.htm Kallir Franziska, auch Fanny Kallir-Nirenstein, geb. Gräfin zu Löwenstein; Inhaberin der „Neuen Galerie“ in Wien Geb. Oberau, Deutsches Reich (Deutschland), 1899 Gest. USA, 1992 Herkunft, Verwandtschaften: Tochter von Max Graf von Löwenstein-Scharffeneck und Constance, geb. Freiin von Worms. F. lebte nach der Scheidung ihrer Eltern eine Zeit lang bei ihrer Tante Alice Morrisons (1865–1952). Sie kam als junges Mädchen nach Wien. LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet mit Otto Kallir (auch Kallir-Nirenstein) (1894 – 1978), Dr. phil., Kunsthistoriker, Kunsthändler und Publizist. Kinder: John (* 1923), Phillips (*?), Eva Marie (* 1925). Laufbahn: F. K. wurde von Hofmannsthal mit dem jungen Kunsthistoriker, der 1919 den Verlag „Neue Graphik“ in Wien gegründet hatte, bekannt gemacht. Der Verleger suchte eine Sekretärin, die junge Frau eine Stelle. 1922 gründete Otto Kalir die Kunsthandlung „Neue Galerie“ und heiratete seine Sekretärin. Die Familie emigrierte 1938 zunächst in die Schweiz, mangels Arbeitserlaubnis reiste Otto Kallir weiter nach Paris, wo er Anfang 1939 die Galerie „St. Etienne“ eröffnete. Kurz vor Kriegsausbruch bekam die Familie die benötigten Unterlagen für eine Ausreise in die USA. In New York gründete er eine weitere Galerie gleichen Namens (vorerst als Dependance der Pariser Galerie gedacht). Als eine von wenigen ist die Ausfuhr der Kunstsammlung Kallir-Nirenstein mehrheitlich gelungen und trug maßgeblich zur Anerkennung und Wahrnehmung der österreichischen Moderne bei. Qu.: ÖStA Bestand Vermögensverkehrsstelle/Handel, Erzählte Geschichte, DÖW, Remi- niscences of Fanny Kallir. Austrian Project, Columbia University. Oral History Research Office: New York, NY. W: „Kallier, Otto: Grandma Moses. Ihre Kunst und ihre Persönlichkeit. (Dt. Übers. von Franziska Kallir)“ (1979) L.: Lillie 2003, Pawlitschko 1996
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
2, I – O
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1026
Kategorie
Lexika
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