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Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Rabbiner S. D. Tauber.
LebenspartnerInnen, Kinder: Heiratete den Kantor Leo Mirsky.
Ausbildungen: Volksschule in Semlin, Privatunterricht.
Laufbahn: Kam mit ihren Eltern nach Semlin, dann nach Craiova, Rumänien und später
nach Jassy, begann dort schriftstellerisch zu arbeiten und war als Berichterstatterin des „Bu-
karester Tageblatt“ tätig. Später ging sie nach Tarnopol und danach nach Belovar, Kroatien,
wo sie lange Zeit Mitarbeiterin der „Agramer Zeitung“ war. Ab 1898 lebte sie in Prag und
übernahm 1903 die Redaktion der Fabrikszeitung „Der Kaffeetisch“. Danach war sie in
Wien tätig und arbeitete bei verschiedenen humoristischen Zeitschriften mit, verfasste Ge-
dichte, Dramen und Grotesken.
W.: „Hausfrauenlieder und andere harmlose Gedichte“ (1898), „Ein Komödiant. Drama“
(1902), „Schüttelreime. Ein kurzweilig Büchlein“ (1904), „Hexensabbat. Grotesken und
Skizzen“ (1911)
L.: Geißler 1913, ÖNB 2002, Schmid-Bortenschlager/Schnedl-Bubenicek 1982, Wininger
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Mirtow (von) Paula, geb. Fürth; Botanikerin, Gartenarchitektin, Pädagogin und
Schulleiterin
Geb. Strakonitz, Böhmen (Strakonice, Tschechien), 19. 4. 1897
Gest. wahrscheinlich London, Großbritannien, um 1970
Herkunft, Verwandtschaften: P. M. war das jüngste von vier Kindern von Adolf Fürth (1854-
nach 1929) und Helene geb. Dub (1871–1920). Die wohlhabende jüdische Familie über-
siedelte Anfang der 1900er Jahre von Strakonitz in Südböhmen nach Wien, wo der Vater
Realitätenbesitzer war. Als Kind erkrankte P. M. an Kinderlähmung. Diese Krankheit griff
ihre Arme und Beine an, so dass sie zeit ihres Lebens hinkte.
LebenspartnerInnen, Kinder: Im März 1937 heiratete P. M. den griechisch-katholischen
Schriftsteller Serge von Mirtow (1886-?); die Ehe blieb kinderlos.
Freundschaften: Über Minna Bernays war die Familie Fürth eng mit der Familie von
Martha und Sigmund Freud verbunden. P. M.s Freundschaft zur etwa gleichaltrigen Anna
Freud reichte bis in das Exil in Großbritannien. P. M. dürfte auch andere Staudengärtner-
innen, wie z. B. Grete Salzer, die ganz in ihrer Nähe wohnte und ebenfalls eine Gartenbau-
schule betrieb, gekannt haben.
Ausbildungen: P. F. inskribierte von 1915 bis 1920 an der Wiener Universität und besuchte
naturwissenschaftliche Vorlesungen. Während ihres Studiums war sie von 1917 bis 1918
Praktikantin an der Höheren Gartenbaulehranstalt Dahlem in Berlin. Am 18. 2. 1921 wurde
sie mit ihrer am Pflanzenphysiologischen Institut unter der Leitung von Prof. Dr. Hans
Molisch durchgeführten Dissertation „Zur Biologie und Mikrochemie einiger Pirola-Arten“
promoviert.
Laufbahn: In den 1920er Jahren eröffnete P. M. auf dem ausgedehnten Grundstück des El-
ternhauses eine Gärtnerei und die Döblinger Gartenbauschule. Die zweijährige Fachschule
bot Frauen die Möglichkeit, auf dem für sie sehr begrenzten Arbeitsmarkt eine Lehre im
Gartenbau zu absolvieren. Ein Lehrabschluss war gleichzeitig Voraussetzung für den Be-
such einer höheren Gartenbauschule. Darüber hinaus richtete P. M. an der Schule Kurse