Seite - 2413 - in biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 2, I – O
Bild der Seite - 2413 -
Text der Seite - 2413 -
O |
Ochsenbach2412
Ochsenbach Martha, von Tübingen; Konkubine
Geb. ?
Gest. ?
Laufbahn: Konkubine des Konstanzer Domherrn Georg Sigmund von Hohenems, Mutter
seiner Kinder Bastian und Rochus, 1541 im Testament reich bedacht.
Octavia Data
Geb. Ende 1./Anfang 2. Jh. n. Chr.
Geograph. Lebensmittelpunkt: Carnuntum (römische Provinz Pannonien), Herkunft je-
doch wohl Afrika.
LebenspartnerInnen, Kinder: Ehemann: Lucius Antonius Magnus aus Bologna stammend.
Qu.: Gefunden 1898 in der Gräberstraße von Carnuntum, heute in Hainburg im Antiken-
depot. Die Grabinschrift setzte O. aus ihren eigenen finanziellen Mitteln für ihren im Alter
von 55 Jahren verstorbenen Ehemann, der Soldat der Legio × Gemina war. Die Grabin-
schrift schließt mit dem Sinnspruch sit tibi terra levis, „möge dir die Erde leicht erscheinen“.
L.: CIL III 14358.13a; CSIRÖ I 4 50 Nr. 552 Taf. 49; Vorbeck, Militärinschriften 19 Nr. 13;
lupa Nr. 273
Marita Holzner
Odwody Käthe (Katharina), geb. Wanek, Deckname: Walli; Widerstandskämpferin,
Betriebsrätin und Hilfsarbeiterin
Geb. Hulk/Ungarisch-Hradisch, Mähren (Uherské Hradiště, Tschechien), 6. 3. 1901
Gest. Wien, 23. 9. 1943
K. O. wurde am 6. März 1901 als jüngste Tochter der insgesamt sechs Kinder der Landar-
beiter Franz und Maria Wanek in Hulk (Ungarisch-Hradisch) geboren. 1905 übersiedelt die
Familie nach Wien. Hier besucht K. in Favoriten sechs Klassen der Volksschule. Danach ist
sie in verschiedenen Firmen als Hilfsarbeiterin beschäftigt. 1921 heiratet sie den Schlosser-
gehilfen Franz Odwody (geb. 1895), der 1922 nach Amerika auswandert. 1924 kehrt er nach
Wien zurück. K. O. wird 1924 in der Ankerbrotfabrik als Hilfsarbeiterin eingestellt und ist
dort bis 1934 als Betriebsrätin tätig. Von 1923 bis 1934 ist sie Mitglied der freien Gewerk-
schaft der Lebens- und Genussmittelarbeiter Österreichs.
K. O. wird wegen Verdachts der Teilnahme an den Februarkämpfen von 1934 festgenom-
men und ist vom 17. Februar bis 11. Mai 1934 in Haft. Am 14. Juni 1934 wird sie bei der
Verhandlung vor dem Landesgericht Wien wegen „Aufstand und Hochverrat“ angeklagt,
jedoch freigesprochen (das Verfahren wird ausgeschieden). K. O. hat keinen Anspruch auf
Haftentschädigung, weil der „Verdacht der Teilnahme am Aufruhr nicht entkräftigt wurde“.
Laut Anklage hat sie in der Kutscherkantine der Ankerbrotfabrik die Maschinengewehr-
gurte der Februarkämpfer mit Patronen bestückt. Die Ankerbrot AG war seit ihrer Grün-
dung 1891 mehrmals Schauplatz von Arbeiterkämpfen. Auch im Februar 1934 folgten die
ArbeiterInnnen dem Streikaufruf; daraufhin kam es zur bewaffneten Auseinandersetzung
mit den Ordnungskräften, deren Opfer der Schutzbündler Alexander Scheck wurde.
Nach ihrer Haft ist K. O. bis 1938 arbeitslos, dann arbeitet sie wieder bei den Ankerbrotwerken.
Ab Herbst 1940 wird sie in die KP-Bezirksleitung für den 10. Bezirk aufgenommen, sie arbeitet