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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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Sadolschek | S 2801 Lexik und Semantik“ (1991), „Gem. m. Aitzet müller, Rudolf: Vergleichendes Wörterbuch der slavischen Sprachen“ (1963 –1975), „Gem. m. Aitzet müller, Rudolf u. Weiher, Eckhard (Hg.): Monumenta Linguae Slavicae dialecti veteris fontes et dissertationes, Bd. XLI: Die grossen Lesemenäen des Metropoliten Makarij“ (1998) L.: In memoriam 1998, VÖB 1953, Zlatanova 1981, 1984, 1984a, 2003, Wikipedia, Korotin/ Stupnicki i. V. Sadolschek Johanna (Ivana, Ivanka), Sadolšek, Partisanenname: „Zala“; Bäuerin und Partisanin Geb. Lobnig/Lobnik, Unterkärnten, 1923 Gest. 3. 4. 2010 J. S. wird 1923 in Lobnig/Lobnik bei Eisenkappel/Železna Kapla, Unterkärnten, als Kind einer ledigen Mutter geboren. Die Familie gehörte der slowenischen Volksgruppe an. J. und ihr Bruder wachsen in großer Armut auf. Der Hof wird von Frauen bewirtschaftet, die Mutter ist für die Feldarbeit zuständig, die Großmutter für Hauswirtschaft und Kinderbe- treuung. Auch die Kinder müssen mitarbeiten. Da der Bruder die Laufbahn eines Pfarrers einschlagen soll, soll J. den Hof übernehmen. Es wird von ihr erwartet, dass sie möglichst bald heiratet, damit der Hof in Männerhände gelangt. Sie schließt daher 1940 eine Ver- nunftehe mit dem Nachbarssohn Michael Sadolschek. Im Mai 1941 bekommt sie ihr erstes Kind, einen Sohn. 1942 muss Michael Sadolschek in die Wehrmacht einrücken, sodass J. mit ihrer Mutter allein am Hof zurückbleibt. Während sich J.s Familie nach der Machtergrei- fung Hitlers anfänglich noch Hoffnungen auf eine bessere Zukunft macht  – so wird der Hof vor der Zwangsexekution bewahrt  –, wird sie durch die Umsiedlungen und Vertreibungen der Kärntner Slowenen, die Inhaftierungen und die Nachrichten über die Gräuel in den Konzentrationslagern eines Besseren belehrt. Im Herbst 1942 tauchen erstmals Partisanen der „Osvobodilna Fronta“ (OF) auf dem Hof auf, und J. S. verweigert ihnen ihre Hilfe nicht. Im darauf folgenden Frühjahr wird sie von Karel Prušnik-Gašper für die „Antifaschistische Frauenfront“ der OF geworben. Aufgabe der Lobniger Frauen, deren Vorsitzende sie wird, ist die Gründung weiterer Frauengrup- pen, die in der Folge unter anderem in Ebriach/Obirsko, Ferlach/Borovlje und Klagenfurt/ Celovec entstehen. Die Frauen organisieren für die Partisanen Kleidung, Nahrung und Me- dikamente und leiten Nachrichten weiter. Daneben verteilen sie Flugzettel und versuchen die zur Wehrmacht eingezogenen slowenischstämmigen Soldaten davon zu überzeugen, zu den Partisanen überzulaufen. Der Hof der Sadolscheks wird zu einem wichtigen Stützpunkt für die Partisanen. Im Oktober 1943 wird J. S., die seit längerem unter der Beobachtung der Gestapo stand, festgenommen. Nach einem Kreuzverhör durch die Gestapo wird sie nachts gefesselt von 70 Gendarmen und einigen Gestapobeamten durch den Wald eskor- tiert, um sie zu einem Partisanenbunker zu führen. J. S. kann in einer waghalsigen Flucht entkommen und schlägt sich zum Lager des Bataillons von Karel Prušnik-Gašper durch. Der politischen Abteilung zugeteilt, wird sie Mitglied des Bezirksausschusses der OF für das Jauntal und später Sekretärin der Antifaschistischen Frauenbewegung für ganz Kärnten. Sie nimmt auch an Gefechten teil. Wenige Tage nach ihrer Verhaftung wird ihr Hof, auf dem sich gerade ein Partisan aufhält, von der SS überfallen. Sämtliche Lebensmittel werden
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
3, P – Z
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1238
Kategorie
Lexika
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