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gemeinsam mit ihrer Freundin Franziska Schneikel am Aufbau des KJV mit. Sie operierte
im Rahmen des KJV entlang der Südbahnlinie, die die Industriegebiete dieser Region mit
den Ortschaften Ternitz, Grünbach, Schlöglmühl, Pottschach, Gloggnitz und Neunkirchen
einschloss; leitender Funktionär in diesem Gebiet war Karl Flanner; trotz der Konspiration
wurden die KJV-Gruppen im Zuge der Verhaftungswelle 1934 enttarnt, was einen Neuauf-
bau unter erhöhter Vorsicht erforderte. Ab 1937 bestand auf der S-Bahnstrecke wieder eine
KJV-Organisation, die das obersteirische Industriegebiet und Kärnten einschloss, wobei die
Verbindungen bis Hallein und Salzburg sowie Innsbruck weitergingen. Geleitet vom Mit-
glied der „Provinzkommission“ (PROKO), nach 1938 von H. S., wurde hier ein Netz von
Zellen vor allem in den Betrieben aufgebaut. Im April 1938 trat sie, vermutlich auf Weisung
der KPÖ, dem BDM bei. Sie war auch Mitglied des NS-Lehrerbundes. Sie versuchte ab
April 1939 Verbindungen zu jugoslawischen KommunistInnen herzustellen. Am 31. Mai
1939 wird H. S. verhaftet, im Juni mehrfach von der Gestapo verhört und ab 24. Juni 1939
im Gerichtsgefängnis des LG Graz inhaftiert. Am 18. Oktober 1939 muss sie als Zeugin im
Prozess gegen Franz Resch vor dem LG Graz aussagen. Am 10. April 1940 wird sie wegen
Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
Biograph. Mitteilungen, Hinweise: Projektgruppe „Frauen im antifaschistischen Widerstand“.
Qu.: Datenbank DÖW.
L.: Baier 1987, BLÖF, Brauneis 1974, Historische Kommission, Klagenfurt 2004, Spiegel
1974, Zeugen Jehovas 1998
Saidler Maria, geb. Müller, Mitzi; Köchin, Haushälterin und Gegnerin des NS-Regimes
Geb. 1900
Gest. 1994
LebenspartnerInnen, Kinder: Verwitwet, nach anderen Angaben: verheiratet
Laufbahn: M. S. arbeitete als Köchin im Haushalt der jüdischen Familie Fleischner/Flei-
scher und half ihnen auch nach 1938. 1942, als die Familie deportiert werden sollte, bot
ihnen M. S. an, sie zu verstecken. Sie lehnten dieses Angebot ab und wurden nach Theresien-
stadt deportiert, wohin ihnen M. S. regelmäßig Pakete schickte, bis zu ihrer Deportation
nach Auschwitz, wo sie ermordet wurden. M. S. stellte ihre Wohnung einer Insassin eines
jüdischen Frauenheims, Anna Sommer, die von der Deportation bedroht war, als Zufluchts-
ort zur Verfügung und ermöglichte so deren Überleben.
Ausz.: Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ durch Yad Vashem, 31. 5. 1978.
L.. Gutman/Fraenkel/Borut 2005, Weinzierl 1985, http://www.gerechte-der-pflege.net/
wiki/…/Maria_Saidler
Saiko Berta Wilhelmina, geb. Pittner, verh. Saiko, Saiko-Pittner, adopt. Pitsch; Chemikerin
Geb. Pola, Istrien (Pula, Kroatien), 25. 12. 1893
Gest. Wien, 25. 10. 1937
Herkunft, Verwandtschaften: Eltern: Ottokar Ludwig Pittner und Berta Johanna Adler.
LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet mit Franz Gustav Saiko, Pächter der Apotheke
von Max Stills Witwe Therese „Zur Mariahilf“ in Wien 21., Brünnerstraße 128. Das Paar
hatte vier Kinder.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika