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Arthur Schnitzler und Siegfried Trebitsch. 1903 wurde Sohn Paul geboren (starb im Mai
1937 an den Folgen eines Autounfalls), im Jahr darauf die Tochter Anna Katharina, verh.
Rehmann, später Wyler (1904 –1977).
Ausbildungen: O. S. studierte am Wiener Konservatorium Schauspiel.
Laufbahn: Sie war Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters (1891–99 im Hofburgthea-
terverband). Kurz vor der Pragmatisierung wurde sie entlassen. Es wird vermutet, dass es
sich hierbei um einen Racheakt des damaligen Burgtheaterdirektors handelte, der von Felix
Salten – seines Zeichens Theaterreferent der „Wiener Allgemeinen Zeitung“ – mehrmals
angegriffen wurde. Bis 1903 gehörte O. S. zum Ensemble des Raimundtheaters. Im Februar
1939 bewirkte die Tochter eine Aufenthaltsgenehmigung für ihre Eltern in der Schweiz. Am
4. 3. 1939 reisten O. S. und ihr Mann über Buchs in die Schweiz ein, wohnten bis Juli 1939
zur Untermiete bei Frau Sieber in der Englisch Viertelstraße v10 in Zürich-Hottingen, ab
Anfang Juli 1939 in der Wilfriedstrasse 4. O. S. verstarb an einem Herzleiden.
L.: Grieser 2006, ÖBL, Reinharter 1992, Wikipedia, http://agso.uni-graz.at/marienthal/
Salvendy Frieda; Malerin und Grafikerin
Geb. Wien, 4. 1. 1887
Gest. Malvern, Großbritannien, 1968
Ausbildungen: Um 1911/12 private künstlerische Ausbildung in der Großherzoglichen
Kunstschule Weimar bei Albin Egger Lienz und in Wien bei Felix A. Harta zu denen sie
später eine freundschaftliche Beziehung aufbaute.
Laufbahn: Zur Biographie existieren widersprüchliche Angaben: Geboren am 4. 1. 1887 in
Wien. Oder aber sie verbrachte die Kindheit im ungarischen Teil der Slowakei, woher ihre
Eltern stammten und lebte erst seit ihrem 15. Lebensjahr (1902) in Wien. (Auch existiert
ein Eintrag „polnisches Flüchtlingskind“).
Über Leben und Werk von F. S. existieren nur wenige Anhaltspunkte. Ihre – zum Groß-
teil nur über Abbildungen – überlieferten Kunstwerke bezeugen große Leidenschaftlichkeit,
Ausdruckskraft und formale Radikalität. Sie wurde als eine von wenigen Künstlerinnen ihrer
Zeit als außerordentliches Mitglied in den Hagenbund, einer für modernen Strömungen offe-
nen Künstlervereinigung aufgenommen. 1918 ist sie Gründungsmitglied der „Bewegung“ (ab
1919 „Freie Bewegung“ genannt). Die „Bewegung“ räumte weiblichen Künstlern in der Lei-
tung und in der Organisation des Vereins bedeutende Stellen ein. Bekannte Mitglieder wie
Johannes Itten, Alfred Kubin, Carry Hauser, Georg Ehrlich, Václav Hofmann, Helene Funke,
Katharina Zirner, Janina Großmann, Maria von Dittrich, Maria Strakosch-Giesler sind hier
vertreten. Die Programmatik ist künstlerisch zukunftsweisend: Völlige Abkehr von Impressio-
nismus, Jugendstil und Dekoration, hin zu einer Kunst des Geistigen Ausdrucks. Kunst, die
auf Formschönheit verzichtet. Dagegen steht ein in Wien ausgeprägter Antimoder
nismus
und Akademismus der Presse. (vgl. Alfred F. Seligmann, Kunstausstellungen, in: Neue Freie
Presse, 11. 6. 1918, S. 2). Seligmann spricht hier von „expressionistischer Klecksographie“.
F. S. wird bereits in ihrer Wiener Zeit vor 1938 verfemt und angefeindet. Sie ist aktiv und
originell und passt nicht in die männliche Vorstellung vom Bild der Frau/der Künstlerin je-
ner Zeit. Ihr ungestümer Umgang mit Farbe und Pinsel bringt ihr oft das negativ gemeinte
Attribut der „Vermännlichung“ und die Rolle der aggressiven Zerstörerin ein. Die zeitge-
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika