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Salzer | S 2815
nössische Rezeption des Expressionismus bei F. S. wird so zur Geschlechterkritik. Singulär
in Österreich ist damals die Nähe zu den Werken der deutschen Expressionisten Ernst
Ludwig Kirchner und Erich Heckel im Sinne eines Farbexpressionismus. 1938 wird F. S. in
die Emigration nach England getrieben.
Über ihre Exilzeit ist bis dato nichts bekannt. Einige, im Exil entstandene Bilder befinden
sich heute in der University of Sussex Art Collection.
Es existiert kein Werkverzeichnis, ihr Oeuvre ist nahezu unbekannt. Man kennt bis dato
auch keine autobiographischen Zeugnisse. Eine Rezeption innerhalb der Kunstgeschichte/
Kunstkritik fand so gut wie nicht statt. Nur über die zumeist empörten Kritiken vor 1938
lassen sich Stellung und Werk der Künstlerin in Österreich vor ihrer Emigration erfassen.
In Österreich ist sie bis heute zu Unrecht so gut wie vergessen. Auch in der Ausstellung
im Wiener Kunstforum des Jahres 1999 „Jahrhundert der Frauen“ wird F. S. unverständ-
licherweise nicht einmal erwähnt. Dabei galt sie in der ersten Republik als „außerordentli-
che künstlerische“ Begabung, die ihre Werke zu Lebzeiten regelmäßig ausstellte.
Der Kunstkritiker Ankwicz-Kleehoven bedauert, dass die Besucher die Ausstellungen der
„Freien Bewegung“ „[…] mehr deprimiert als erhoben verlassen werden, da sich vor diesen,
auf alle Formschönheit verzichtenden Bekenntnissen an ihrer Zeit leidenden Seelen ein
künstlerischer Genuß nur schwer einstellen kann, so sehr auch diese selbstquälerische Kunst
als Zeiterscheinung Interesse verdiene.“ (Hans Ankwicz-Kleehoven, Kunstausstellung, in:
Wiener Zeitung, 14. 2. 1922, S. 2.)
Mitglsch.: Seit 1918: „(Freie) Bewegung“, Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs,
„Wiener Frauenkunst“ (bis 1938), 1928–1938 Hagenbund (außerordentliches Mitglied,
denn nur in solcher Position wurden Frauen aufgenommen).
W.: Es existiert kein systematisches Werkverzeichnis, der Bestand an Kunstwerken ist von
der Forschung bisher nicht erfasst. Ihr Werk umfasst Landschaften, Portraits, Stillleben und
Alltagsszenen als Mappenwerke, Ölbilder und Aquarelle. Werke befinden sich u. a. in: Mo-
derne Galerie, Prag; Albertina, Wien; Städtisches Museum, Bratislava; Muzej Zavremene
Umjetnosti, Belgrad; Museum in Cleveland, Ohio, USA.
Mappenwerke: Lithographische Folgen: „Vorstadt“, Wien 1921, „Hrady na Slovensku“ (=
Burgen in der Slowakei), Prag 1931. Folge von 10 Lithographien, 1932: Burgen und Ruinen
des Waagtales (Beschreibung in: R. W-a, 19. 3. 1932: Neues Wiener Abendblatt).
Qu.: Nachlass Hans Ankwicz-Kleehoven, Nachlass Rudolf Schmidt im Künstlerarchiv der
Österreichischen Galerie Belvedere, Archiv der VBKÖ (Vereinigung Bildender Künstlerin-
nen Österreichs), Wien.
L.: Fuchs 1977, Katalog 1945, Katalog 1980, Katalog 1985, Plakolm-Forsthuber 1994, Voll-
mer 1953 –1962, Vollmer 1935
Salzer Grete; Staudengärtnerin, Gartenarchitektin und Schulleiterin
Geb. Wien, 5. 4. 1882
Gest. wahrscheinlich London, Großbritannien, um 1940
Herkunft, Verwandtschaften: G. S. war das zweitjüngste von acht Kindern der Eheleute Bern-
hard Salzer (1837–1919) und Jenny geb. Pintér (1847–1922). In der assimilierten jüdischen
Familie des Wiener Bürgertums wurde große Bedeutung auf die Ausbildung der Kinder und
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika