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Salzer-Grossman2816
deren wirtschaftliche Selbstständigkeit gelegt. G. S.s fünf Brüder waren alle selbständige Un-
ternehmer. Oskar (1874 –1966) und Richard (1874–1957) leiteten von 1909 bis zur Enteignung
1938 eine Weingroßhandlung in Wien. Franz (1876 –1964) und Rudolf (1878 –1960) führten
ab 1912 eine Maschinenbaugesellschaft; Paul (1879 –1966) besaß in Offenbach/Main eine
Fabrik für Lastenaufzüge. Über G. S.s älteste Schwester Helene Pekarek, geb. Salzer (* 1874)
ist nur wenig bekannt, ihre jüngste Schwester Alice (1885–1890) starb bereits als Kleinkind.
LebenspartnerInnen, Kinder: G. S. war unverheiratet und kinderlos. Sie lebte bis zu ihrer
Emigration nach London im März 1939 in ihrem Elternhaus im 19. Wiener Gemeindebezirk.
Freundschaften: G. S. war über ihre weitreichende Familie mit zahlreichen Persönlichkeiten
des Wiener Bürgertums bekannt. Sie dürfte aber auch andere Staudengärtnerinnen gekannt
haben, wie z. B. Paula Mirtow, die ganz in ihrer Nähe ebenfalls einen eigenen Betrieb leitete.
Ausbildungen: G. S. besuchte um 1920 im Alter von 38 Jahren die Höhere Gartenbauschule
für Frauen in Wien-Grinzing. Sie war 1920 Gründungsmitglied und Klassenvertreterin im
Verein der Grinzinger Gärtnerinnen, dem Absolventinnenverband der Gartenbauschule.
Laufbahn: Um 1922 eröffnete G. S. an der Adresse ihres Elternhauses im 19. Wiener Ge-
meindebezirk ihren Betrieb Hortensium, der eine Staudengärtnerei, ein Entwurfsbüro und
eine Gartenbauschule für Mädchen und Knaben umfasste. Ein Lehrabschluss der Schule
ermöglichte eine Anstellung als Gehilfe oder Gehilfin, aber auch den Besuch einer höheren
Gartenbauschule. G. S. erarbeitete Bepflanzungspläne für Gärten und führte Bepflanzungen
aus. 1930 entwarf G. S. für Paul Khuner, den Bruder ihrer Schwägerin Alice, und dessen
Frau Hedwig, geb. Sommer, den Garten ihres Landhauses in Payerbach am Semmering.
Das Landhaus selbst planten Adolf Loos und Heinrich Kulka. Die Staudengärtnerei stellte
zudem bis 1938 regelmäßig Pflanzen und Mustergestaltungen auf der Wiener Messe aus.
Im Februar 1939 musste G. S. den Betrieb an Anna Klambauer und Erna Adam, eine Fach-
lehrerin an ihrer Schule, verkaufen. Zumindest bis 1942 führte Erna Adam die „Garten-
bauschule Grete Salzer“ und den Gartenbaubetrieb Hortensium weiter. Laut den Melde-
unterlagen des Wiener Stadt- und Landesarchivs floh G. S. im März 1939 nach London, wo
sie vermutlich noch während des Krieges starb.
Qu.: Nachlass verschollen.
W.: Garten Landhaus Khuner, Payerbach (1930), Umgestaltung eines alten Gartens (1932),
Bepflanzung von Gärten in der Werkbundsiedlung, Wien (1932). Regelmäßige Ausstel-
lungsbeiträge auf Ausstellungen der Österreichischen Gartenbau-Gesellschaft und auf der
Wiener Messe. „Gärtnerinnen sprechen über ihre Gärten. Österreichische Kunst Heft 7“
(Juli 1932)
L.: Krippner/Meder 2010 Ulrike Krippner
Salzer-Grossman Lisel, geb. Alice Salzer; Grafikerin und Malerin
Geb. Wien, 26. 8. 1906
Gest. Seattle, Washington, USA, 6. 12. 2005
Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Helene, geb. Fried, acht Geschwister; Vater: Her-
mann Salzer (1868 –1942), im Import/Export tätig, sechs Geschwister. Sie blieb ein Einzel-
kind. Ihre Cousine Hedda wurde ihr zur eigentlichen Schwester. Die Familie lebte zur Zeit
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika