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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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S | Sandmann2820 Leningrad evakuiert und besuchten von August 1942 bis Juni 1943 die Parteischule des Exe- kutivkomitees der Komintern in Kušnarenkovo. Für Anton bedeutete dies auch die militä- rische Vorbereitung auf den Partisaneneinsatz in Österreich, um hierauf ab Herbst 1943 als Partisan in der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee und in der „Kampfgruppe Steiermark“ gegen den Faschismus zu kämpfen. Im November 1944 fiel er schwer verletzt der Gestapo in die Hände und war bis 5. Mai 1945  – bis zu seiner Befreiung aus dem Klagenfurter Ges- tapogefängnis  – inhaftiert. Mitte Juni 1945 kehrte er nach Wien zurück. H. S. wiederum remigrierte im September 1945 aus der Sowjetunion nach Wien und be- gann ebenso wie ihr Mann an verschiedenen Stellen im Parteiapparat der KPÖ zu arbei- ten, zunächst ab Februar 1946 in der Parteischule, dann von Dezember 1946 bis November 1947 im Frauenreferat des Zentralkomitees. Von Februar 1948 bis August 1950 war sie als Dolmetscherin in der Zentralkommandantur der Sowjetarmee in Österreich beschäftigt. Als am 16. September 1950 von der sowjetischen Besatzungsmacht das „Sowjetische Infor- mationszentrum“ (SIZ) in der Treitlstraße am Karlsplatz etabliert wurde, eröffnete sich für S. die Möglichkeit, wieder als Bibliothekarin zu arbeiten. Die Gründung des so genannten „Porrhauses“ und weiterer Informationszentren in den Bundesländern erfolgte vor dem Hin- tergrund des sich verschärfenden Kalten Krieges. Diese Kulturzentren und Volksbildungs- stätten sollten der Aufklärung über die sowjetische Kultur, Kunst und Wissenschaft dienen, wozu Vorträge, Kurse, Ausstellungen, Film- und Theateraufführungen usw. für die österrei- chische Bevölkerung organisiert wurden. Neben einem Kino- und Theatersaal war im SIZ im Porrhaus auch eine Bibliothek mit Lesesaal untergebracht, die „alle wichtigsten Werke und Neuheiten der sowjetischen Literatur auf den Gebieten der Politik, des Schöngeistigen, der Wissenschaft und der Technik“ enthielt, sowohl in Originalausgaben als auch in Über- setzungen („Heute feierliche Eröffnung des neuen sowjetischen Informationszentrums“. In: Österreichische Zeitung, 16. 9. 1950, S. 3). Neben der klassischen russischen und neuen sow- jetischen Literatur, den wichtigsten Werken der Weltliteratur und Büchern fortschrittlicher SchriftstellerInnen aller Länder lagen im Lesesaal die wichtigsten Zeitungen, Zeitschriften und Journale aus den sozialistischen Ländern auf, schwerpunktmäßig jene, die auch in deut- schen Ausgaben erschienen. Die Werke konnten von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 22 Uhr vor Ort eingesehen oder auch nach Hause entlehnt werden (Verzeichnis 1953, S. 65). Als Leiterin der Bibliothek des „Sowjetischen Informationszentrums“ hielt S. hier auch Vorträge, etwa über das Bibliothekswesen in der Sowjetunion („Die Bibliotheken in der Sowjetunion“. In: Österreichische Volksstimme, 28. 4. 1953, S. 5). Im März 1954 lud sie an- lässlich der Eröffnung eines neuen Lesesaales zu einer LeserInnenkonferenz ein, wo sie in ihrem Bericht auf die Aufgaben der Bibliothek hinwies, „die in erster Linie darin bestehen, die Wahrheit über die Sowjetunion zu verbreiten und dem österreichischen Leser das Kul- turgut der sowjetischen Völker näherzubringen. Darüber hinaus ist die Bibliothek ein Heim der fortschrittlichen und klassischen Literatur der Völker“. Allmonatlich fanden im SIZ literarische Vorträge und Diskussionen statt, fortan auch Dichterlesungen und Rezitations- abende junger österreichischer AutorInnen („M. S.: In der Treitlstraße: Die Bibliothek wird ausgebaut.“ In: Österreichische Zeitung, 21. 3. 1954, S. 5). H. S.s berufliche Tätigkeit als Bibliothekarin war stets auch mit der jeweiligen politischen Konstellation und den daraus resultierenden Optionen verknüpft. Dies hatte zur Folge, dass
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
3, P – Z
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1238
Kategorie
Lexika
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