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Sandmayr | S 2821
ihre Laufbahn 1955 ein Ende fand, musste doch im August nach Abschluss des Staats-
vertrages und angesichts des bevorstehenden Abzugs der sowjetischen Besatzungstrup-
pen das SIZ und damit auch die dortige Bibliothek geschlossen werden. Im März 1956
trat S. als Aushilfe in die Abonnementabteilung des Globus-Verlags der KPÖ ein, wo sie
mit Übersetzungsarbeiten russischer Korrespondenzen betraut war. Nach Ablauf der Be-
fristung Ende September dieses Jahres war sie ohne Beschäftigung. Anton Sandmann, der
zunächst bis 1950 als Angestellter der Wiener Stadtleitung der KPÖ arbeitete, dann in
der Globus-Buchbinderei, sowie später im Zentralen Kulturreferat der USIA-Betriebe und
als Landessekretär der „Österreichisch-Sowjetischen Gesellschaft“ (ÖSG) in Wien, war ab
1957 im Globus-Buchvertrieb bzw. ab 1963 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1972 in der
Buchbinderei tätig.
Politisch waren beide bis zuletzt in der KPÖ engagiert, wobei H. S. in der Friedensbewegung
ein Politikfeld fand. Sie war Mitglied des Vorstands des „Österreichischen Friedensrates“
und Mitarbeiterin des 1957 vom Weltfriedensrat in Wien eingerichteten „Internationalen
Instituts für den Frieden“. In den 1960er Jahren war sie gemeinsam mit Cilly Gründorfer
Herausgeberin von dessen Publikationsreihe „Aktive Koexistenz“. H. S. ist am 4. November
2001 in Wien gestorben.
Qu.: DÖW, Zentrales Parteiarchiv der KPÖ.
L.: VÖB 1953 Manfred Mugrauer
Sandmayr Barbara; Mitbesitzerin eines Landsiedlgutes
Geb. 1883
Gest. 14. 7. 1927 (Begräbnis in Christkindl)
LebenspartnerInnen, Kinder: Sechs Kinder.
Laufbahn: B. S. war eine geachtete Wirtschaftsbesitzerin des Landsiedlgutes in Christkindl,
Gemeinde Garsten, sowie Obfrau der katholischen Frauenorganisation.
L.: Linzer Tages-Post vom 20. 7. 1927, S. 4
Sandrieser Pauline, geb. Pröll; Widerstandskämpferin
Geb. Geboltskirchen, OÖ, 8. 10. 1921
Gest. Graz, Stmk., 11. 6. 1959
Frau S. kam als Pauline Pröll in Geboltskirchen (Oberösterreich) zur Welt. Vor ihrer Verhaf-
tung am 19. August 1944 lebte sie gemeinsam mit ihren Eltern in Vordernberg (Steiermark)
und war bei der Österreichischen Bundesbahn, damals Deutsche Reichsbahn, angestellt.
Frau S. sammelte für die Rote Hilfe und war Mitglied des illegalen Kommunistischen Ju-
gendverbandes Vordernberg. Die Haftbestätigung des Gefangenenhauses Leoben besagt,
dass P. P. am 20. August 1944 um 3 Uhr früh wegen eines „politischen Deliktes zur Ver-
fügung der Gestapo Leoben“ eingeliefert und am 29. September 1944, 22 Uhr entlassen
wurde. Untergebracht war sie in Zelle 9, einer Zelle, die für sieben Personen ausgerichtet
war, in der aber tatsächlich 22 Frauen eingesperrt waren. Diese Haftbedingungen waren
wahrscheinlich für P. eine Nebensächlichkeit, angesichts dessen, was ihr zwei Wochen vor
der Deportation nach Ravensbrück widerfuhr. Bei der Vernehmung in der Strafsache gegen
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Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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- Titel
- biografiA.
- Untertitel
- Lexikon österreichischer Frauen
- Band
- 3, P – Z
- Herausgeber
- Ilse Korotin
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2016
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1238
- Kategorie
- Lexika