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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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S | Santifaller2826 Vater: Michael Santifaller, ein musisch interessierter Notar, Gerichtskommissär und Guts- besitzer; Mutter: Christine Fulterer, Bauerntochter. Geschwister: Univ. Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Leo Santifaller (1890–1974), Historiker; Pius Santifaller, Schriftsteller (1893 –1995); Karl Santifaller (1899–1914) und Sabine, verehelichte Salzinger (1897–1991). Verehelicht: 1944–1958 mit Dr. Hans Hemsoth, Transportunternehmer (1902–1958), ab 1966 bis zu ihrem Tod mit dem Agrarfachmann Dr. Ernst August Sellschopp (1902–1993). Einem alten ladinischen Geschlecht entstammend, wurde M. S. auf dem elterlichen Lafayhof in Kastelruth geboren und besuchte in ihrem Heimatdorf, dann in Bozen die Volks-, Bür- ger- und zweijährige Handelsschule. Danach kurze Zeit im Kunstverlag Amonn beschäftigt, ging sie 17jährig nach Italien und betrieb in Bologna und Verona vor allem Sprachstudien, daran schlossen sich ein England- und ein Frankreichaufenthalt, gleichfalls zwecks Erler- nung der Sprache. Danach in Oberitalien, studierte sie ab dem Wintersemester 1931/32, da- neben auch als Journalistin und Übersetzerin tätig, vorerst als externe, dann als ordentliche Hörerin an der Universität Wien Kunstgeschichte und Germanistik (die Matura holte sie 1933 in Klosterneuburg nach), am 3. 2. 1939 promovierte S. an dieser Universität mit ihrer 1938 approbierten Dissertation über „Die Radierungen Giambattist Tiepolos“, ein Maler mit dessen Oeuvre sie sich auch später, besonders in Würzburg, noch intensiv beschäftigen sollte. Im Anschluss an ihr Studium ging sie wegen eines Ergänzungsstudiums an die Uni- versität Florenz, wo sie organisatorische Leiterin der „Kurse für Ausländer“ wurde und in der Folge das Diplom für Kunstführungen (in vier Sprachen) und das für Übersetzungen erwarb. 1942 wurde ihr österreichischer Doktortitel von der Universität Florenz anerkannt, zudem wurde ihr die Doktorwürde der philosophischen Fakultät verliehen. Bis 1944 lebte M. S. in Florenz, übersetzte zahlreiche, meist kunsthistorische, Abhandlungen ins Italie- nische und leitete einige Jahre auch das Uffizio internationale culturale. 1944 heiratete sie Dr. Hans Hemsoth, mit dem sie 1946 für zwölf Jahre nach Buenos Aires ging. 1957 kehrte das Ehepaar nach Dortmund zurück, wo Hemsoth jedoch bereits im darauffolgenden Jahr verstarb. Nach seinem Tod übernahm M. S. die Leitung der Transportfirma. 1966 heiratete sie den verwitweten Dr. Ernst August Sellschopp, mit dem sie bis 1970 in Lima lebte, von wo aus sie ihre Firma leitete. 1977 übergab sie die Firmenleitung an ihren Stiefsohn und wandte sich zunehmend ihren kunstgeschichtlichen Studien zu. Bis zu ihrem Tod lebte sie mit ihrem zweiten Mann in Dortmund. Bereits in ihrer Wiener Zeit begann M. S.s literarisches Schaffen: Sie veröffentlichte Lyrik in Anthologien, Zeitschriften und  – vor allem Wiener und Innsbrucker  – Zeitungen sowie in einer eigenen Sammlung („Gedichte“, 1933), die 1978 stark erweitert als „Deine Ernte sammle“ erschien, und trat mit Lesungen, unter anderem auch im Rundfunk, hervor. Aber nicht nur ihre sehr einprägsame, dem Heimaterleben entsprungene Lyrik, in der sie Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellt, ist für ihr Oeuvre bestimmend, sondern auch ihre kunstgeschichtlichen Arbeiten, vor allem zur Kunst Venedigs im 18. Jahrhundert, die sie in deutschen, italienischen und englischen Kunstzeitschriften, Katalogen etc. veröffentlichte und die ihr einen anerkannten Namen in der Kunstwelt sicherte. So wurde ihr 1974 „in Würdigung wissenschaftlicher Verdienste um die Studien zur Malerei des späten 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere in Oberitalien und vor allem zu Giovanni Battista Tiepolo“ die Ehrenbürgerschaft der Universität Würzburg verliehen.
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
3, P – Z
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1238
Kategorie
Lexika
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