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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
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Saxl-Deutsch | S 2837 die Nazis zum Opfer fielen. Hier, an dieser Adresse, Skodagasse 15, wohnten Olga Deutsch, 1861 in Prag als Olga Meier geboren, und ihre Tochter M. S.-D. mit ihrer Familie. Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Olga, Prag 1861–26. 9. 1942 Treblinka ermordet. LebenspartnerInnen, Kinder: Hochzeit am 21. Dezember 1910 mit Dr. Paul Saxl, Wie- ner Internist jüdischer Abstammung. Dr. Paul Saxl, 1880 in Wien geboren, ab 1903 an der I.  Med. Universitätsklinik beschäftigt, ab 1918 Privatdozent und ab 1929 a. o. Professor, starb im Jahre 1932 auf der Rax, einem der Wiener Hausberge. Ein akutes Herzversagen auf Grund eines nicht diagnostizierten Herzfehlers führte zu seinem frühen und völlig überra- schenden Tod, der als Alpinunfall bezeichnet wurde. Kinder: zwei Töchter: 1911 Gertrud, Kinderärztin, verh. Kreilisheim, Gatte Dr. Otto Kreilisheim; 1925 Eva, 1938 nach England emigriert, Ordenseintritt, starb 1977 als Schwester Marie Therese. Ausbildungen: Nach eigenen Angaben acht Jahre Kunstunterricht, davon fünf Jahre bei Adolf Böhm, was auf einen Besuch der Kunstschule für Frauen und Mädchen in Wien schließen lässt, denn dort unterrichtete Adolf Böhm von 1900 bis 1910. Sommer 1910 Besuch der Künstlerkolonie Dachau, 1926 –27 als Gasthörerin zwei Semester an der Kunstgewerbe- schule in Wien bei Rudolf von Larisch im Kurs für Ornamentale Schrift und Heraldik. Laufbahn: Die Töchter waren bereits in Sicherheit, beide 1938 nach England geflohen, der geliebte Mann bereits verstorben. M. S. hätte noch flüchten können, sie wollte aber ihre be- tagte Mutter nicht allein zurücklassen, für die es keine Ausreisemöglichkeit gab, da angeb- lich ihre Papiere nicht in Ordnung waren oder fehlten. M. S., die konfessionslos war, wusste wahrscheinlich sehr genau, was auf sie zukam. Beide Frauen wohnten bis 1939 im 8. Bezirk, dann wurden beide in eine Sammelwohnung in der Heinrichsgasse 24 im 1. Bezirk ver- bracht, von wo 35 Juden in den Tod geschickt wurden. Beide Frauen wurden 1942 deportiert, Olga, die Mutter, nach Theresienstadt, und M., die Tochter, nach Maly Trostinec bei Minsk, wo sie am 26. Mai 1942 ermordet wurde. Olga wurde am 26. September 1942 in Treblinka ermordet. Die Wohnung und falls ein extra Atelier oder Studio existierte, wurden arisiert, die Kunstwerke, die sich dort befunden haben mussten, wurden offenbar geraubt. Es finden sich auf dem Kunstmarkt ganz selten Arbeiten der Künstlerin, hauptsächlich Grafiken. Das Oeuvre von M. S. weist ein auffallend breites Spektrum auf. Von der Malerei in den Techni- ken Öl, Gouache und Aquarell über die ausdrucksvolle freie Grafik in der Holzschneidetech- nik, darunter Farbholzschnitte von mehreren Platten, die Gebrauchsgrafik, wie Plakate und Exlibris bis zu den kunstgewerblichen Arbeiten in Metall, Treibarbeiten, darunter Schalen, Schüsseln, Dosen, Vasen, Lampen, Schmuck und Textilarbeiten. Dieser breit gefächerte Zu- gang zur schöpferischen Tätigkeit ist ein besonderes Markenzeichen dieser Generation von Künstlerinnen in Wien, die ihre Ausbildung an der Kunstgewerbeschule oder Kunstschu- le für Frauen und Mädchen fanden. Nach Beendigung ihrer Studien führte sie ihr eigenes Atelier in der Josefstadt, der Wiener Werkstätte nahe stehend. Osborn verzeichnet sie im Handbuch des Kunstmarktes von 1926 unter der Rubrik „Maler und Graphiker“ mit dem Zusatz „angewandte Kunst“. Sie absolvierte nach eigenen Angaben acht Jahre Kunstunter- richt, davon fünf Jahre bei Adolf Böhm, was vermutlich auf einen Besuch der Kunstschule für Frauen und Mädchen in Wien schließen lässt. Diese, von dem Verein Kunstschule für Frauen und Mädchen betriebene Einrichtung, erhielt 1910 das Öffentlichkeitsrecht. Adolf Böhm unterrichtete von 1900 bis 1910 an diesem Institut. Böhm, ein der Moderne aufgeschlos-
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
3, P – Z
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1238
Kategorie
Lexika
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